Tarifstreit Bahn-Gewerkschaften rufen zu Warnstreik auf

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich ab Donnerstag auf Verspätungen einrichten. Die beiden großen Gewerkschaften Transnet und GDBA haben zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um ihrer Forderung nach mehr Lohn Nachdruck zu verleihen.


Berlin/Frankfurt am Main - Noch hüllen sich die Beteiligten in Schweigen: Informationen darüber, welche Regionen zu welchen Uhrzeiten betroffen sind, wollen Transnet und GBDA erst kurz vor Streikbeginn am Mittwoch bekannt gegeben werden. Das beschlossen die Vorstände beider Gewerkschaften am Montagabend in Frankfurt am Main. Anlass für die Arbeitsniederlegungen sei harte Haltung der Arbeitgeber in der Frage der Arbeitszeit. Die Bahn habe bislang keine akzeptablen Angebote unterbreitet.

Hauptbahnhof in München: Zwölf freie Wochenenden pro Jahr
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Hauptbahnhof in München: Zwölf freie Wochenenden pro Jahr

Für die Bahn-Angestellten stehe die Planbarkeit ihres Arbeitseinsatzes ganz oben auf der Agenda, erklärten Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. Es müsse in diesem Punkt künftig "mehr Verlässlichkeit geben". Dazu zählten unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr.

"Wir müssen jetzt mit Warnstreiks diesen Forderungen Nachdruck verleihen", betonten die beiden Gewerkschafts-Chefs. Die Aktionen würden "spürbar und steigerungsfähig" sein. Sie würden zudem einen Großteil des Beschäftigtenspektrums erfassen.

Die Tarifkommission hatte die Bahn bereits am Freitag zur Vorlage eines verbesserten Angebots aufgefordert und ansonsten mit Warnstreiks gedroht. Neben den Regelungen bei der Arbeitszeit geht es dabei auch um Lohnerhöhungen. Die Bahn bot den 150.000 Beschäftigten zuletzt zwischen 2,7 und 3,0 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaften sprachen dagegen von lediglich einem Prozent. Am Mittwoch findet die dritte Verhandlungsrunde statt.

Die Bahn verhandelt seit dem 14. Januar mit Transnet und GDBA einerseits und der Lokführergewerkschaft GDL andererseits über neue Tarifverträge. Die für rund 20.000 Lokführer verhandelnde GDL verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, die für die restlichen rund 130.000 Beschäftigten auftretende Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA fordert zehn Prozent mehr.

mik/AP/Reuters/dpa



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