Tarifstreit Zehn Tage Stillstand - Berliner Verkehrsbetriebe streiken

Busse, Trams und U-Bahnen bleiben im Depot: Am Mittwoch treten die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe in den Streik. Der Ausstand soll die Hauptstadt zehn Tage lang lahm legen - dann wird über eine mögliche Fortsetzung entschieden.


Berlin - Frühmorgens übermorgen wird der Ausstand beginnen: Von drei Uhr an, wollen die beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in den Ausstand treten. Bis zum 14. März sollen sämtliche Berliner Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen still stehen. Danach soll laut Ver.di darüber entschieden werden, ob der Streik fortgesetzt wird.

Berliner U-Bahn: Alt-Beschäftigte sollen leer ausgehen
DDP

Berliner U-Bahn: Alt-Beschäftigte sollen leer ausgehen

Die Tarifverhandlungen für die BVG und die Tochter BT waren Anfang voriger Woche in dritter Runde für gescheitert erklärt worden. Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert für alle der rund 12.000 Mitarbeiter bis zu zwölf Prozent mehr Geld. Der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV) bietet sechs Prozent mehr Lohn - allerdings nur für die seit 2005 neu eingestellten Mitarbeiter. Wer schon länger für den BVG arbeitet, soll nur weitgehend leer ausgehen.

Bereits Anfang Februar hatten die BVG-Beschäftigten mit einem 39-stündigen Warnstreik den öffentlichen Nahverkehr weitgehend lahmgelegt. Die Gewerkschaft verlangt Gehaltserhöhungen von bis zu zwölf Prozent, mindestens aber 250 Euro brutto monatlich mehr.

Warnstreiks kommen auf die Berliner allerdings schon am Dienstag zu: Müllmänner wollen Bio- und Restmülltonnen stehen lassen und stattdessen für Lohnerhöhungen demonstrieren, teilte die Gewerkschaft Ver.di mitteilte. Die üblichen Abholtermine im Laufe der Woche verschieben sich nach Unternehmensangaben jeweils um einen Tag.

Die Beschäftigten der Berliner Wasserbetriebe sind ganztägig zum Protest aufgerufen. Geplant ist auch eine Demonstration vom Roten Rathaus über die Spandauer Straße zum Molkenmarkt. Lahm legen will Ver.di auch die Schleusen an den Wasserstraßen in Berlin und Brandenburg, und im Vivantes-Klinikum Neukölln hat die Gewerkschaft zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen.

sil/dpa/ddp



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