Tchibo Pfund Kaffee und eine Rente, bitte

Tchibo will künftig neben Kaffeebohnen und Armbanduhren auch Renten-Versicherungen verkaufen.


Tchibo sucht Rentenopfer, um Versicherungen zu verkaufen
DDP

Tchibo sucht Rentenopfer, um Versicherungen zu verkaufen

Hamburg - Der Hamburger Kaffee- und Handelskonzern Tchibo will laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" neben Kaffee, Schmuck und Textilien künftig auch Renten-Versicherungen vertreiben. Der Kaffee-Röster bringe eine Police mit dem Produktnamen "Tchibo Zuschuss-Rente" auf den Markt. Partner der Aktion sei der Versicherer AXA, schreibt die Zeitung. Die Kölner Rentenexperten hätten gemeinsam mit Tchibo die Police auf Grundlage der Riester-Rente entwickelt.

"Mit dieser Police wagen wir den ersten Schritt in den Bereich Finanzdienstleistungen", sagte Tchibo-Sprecher Joachim Klähn der Zeitung. Mit guten Konditionen, wie zum Beispiel einer günstigen Bearbeitungsgebühr und hoher Rendite, wolle Tchibo den Versicherungen Kunden abwerben. In allen Filialen sollten Broschüren über das Renten-Angebot informieren.

Die eigentliche Beratung findet aber nicht zwischen den Kaffeebohnen statt. Tchibo plant offenbar weitere Finanzprodukte. "Wir haben bewiesen, massenweise Produkte am Markt platzieren zu können. Der Finanzdienstleistungsbereich bietet noch sehr viele interessante Möglichkeiten", sagte Klähn.

Die Tchibo Frisch-Röst-Kaffee GmbH erwirtschaftet mittlerweile mehr als die Hälfte ihres Umsatzes durch den Verkauf von Konsumartikeln, von Küchenausrüstung über Kleidung bis zu Unterhaltungselektronik und Goldschmuck.

Die Umsätze der noch jungen Reisesparte sollen jedes Jahr um 10 bis 15 Prozent steigen, hatte Produktmanager Michael Meyer Ende November angekündigt. Zwar sei der Bereich bislang mit Umsätzen von 25 bis 30 Millionen Euro noch klein, doch sehe das Unternehmen hier großes Potenzial. 2001 buchten mehr als 40.000 Kunden eine Reise bei Tchibo, wobei Umfragen eine hohe Kundenzufriedenheit ergaben.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.