Telefonkarten: Telekom muss Restguthaben erstatten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat der Telekom einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Unternehmen darf die Restbeträge abgelaufener Telefonkarten nicht einfach verfallen lassen, sondern muss sie zurückzahlen.

mat

Karlsruhe - Der Verbraucher werde unangemessen benachteiligt, wenn noch vorhandene Guthaben ersatzlos verfielen, so das Urteil der BGH-Richter. Deshalb verpflichteten sie die Telekom, das Kartenguthaben den Kunden nach Ablauf der Frist zu erstatten. Das Argument des Telefonriesen, dass ein Befristung für die Bekämpfung von Kartenmissbrauch notwendig sei, rechtfertigt nach Auffassung der Richter allenfalls die zeitlich begrenzte Nutzung der Karten, nicht aber ihren Wertverfall.

Die Telekom verkauft seit Oktober 1999 befristet gültige Telefonkarten im Wert von 12 und 50 Mark für Telefonate an öffentlichen Kartentelefonen. Die Karten sind drei Jahre und drei Monate gültig. Die ersten Karten verfallen demnach Ende diesen Jahres. Mit Ablauf des aufgedruckten Datums sollte ein restliches Guthaben ersatzlos verfallen, so die Planung der Telekom. Ein Verbraucherschutzverein hatte darin eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers gesehen und in allen drei Instanzen Recht bekommen.

Aktenzeichen.: XI ZR 274/00

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