Telekom-Affäre Staatsanwalt stellt Aufzeichnungsgerät sicher

Die Ermittlungen in der Telekom-Affäre weiten sich aus. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Bonner Staatsanwaltschaft eine Mitschneideeinrichtung für Telefongespräche sichergestellt. Mittlerweile laufen Verfahren gegen elf Beschuldigte.


Hamburg - Noch rätseln die Beamten, was es mit der Apparatur genau auf sich hat. Im vorgefunden Zustand zumindest, sagte Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel dem SPIEGEL, sei das Gerät, das vergangene Woche entdeckt wurde, nicht zum Abhören von Gesprächen geeignet gewesen. Allerdings prüfe man, ob die in einem Raum des Konzernkrisenstabs installierte Anlage früher möglicherweise zweckentfremdet worden sein könnte.

Die Telekom erklärte, dass es sich bei dem Gerät um eine festinstallierte Anlage für Krisenfälle handele, die nur in echten Notfällen wie etwa Erpressungen nach fest definierten Kriterien genutzt werden könne. Nach SPIEGEL-Informationen ist das Ermittlungsverfahren der Bonner Staatsanwaltschaft inzwischen auf elf Beschuldigte ausgedehnt worden. Bisher war nur von acht Personen die Rede.

Die Telekom hatte eigene Manager und Aufsichtsräte bespitzeln lassen, um ein angebliches Informationsleck im Konzern zu finden. Aus demselben Grund wurden auch Journalisten ausspioniert. Mit dem Auftrag war ausgerechnet eine Firma beauftragt worden, die von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern geleitet wird.

wal



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