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Teure Energie: Ölpreis steigt in wenigen Stunden um 25 Dollar

Dramatische Szenen an den Börsen: Der Ölpreis ist im US-Handel förmlich explodiert, das Fass kostete zeitweilig über 130 Dollar - der höchste Tagessprung aller Zeiten. Die Aktienmärkte dagegen geben auf breiter Front nach. Händler fürchten, das Banken-Hilfspaket ihrer Regierung schwäche den Dollar.

New York - Einen so kräftigen, schnellen Schub nach oben haben die Ölmärkte noch nicht erlebt: Der Ölpreis ist am Montag an der New Yorker Börse um zeitweilig 25 Dollar pro Barrel gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl kostete am Nachmittag im elektronischen Handel kurzzeitig 130,00 Dollar. Zwar sank der Preis schon kurz darauf wieder leicht auf 123,77 Dollar - insgesamt aber legte er zum Vortag immer noch fast 20 Dollar zu.

Händler in New York: Investoren fliehen in sichere Werte - wie das Öl
DPA

Händler in New York: Investoren fliehen in sichere Werte - wie das Öl

Es war der bisher stärkste Anstieg des Ölpreises an einem einzigen Tag. Der bisherige Rekord wurde am 6. Juni verzeichnet, damals legte der Preis um 10,75 Dollar zu.

Nach einer Phase der Entspannung hat der Preis für Light Sweet Crude für die Oktober-Lieferung damit erstmals sei Ende August wieder die 110-Dollar-Marke überschritten.

Analysten führten den Preissprung auf die aktuelle Schwäche des Dollars zurück. Der Markt sei unsicher wegen des geplanten Stabilisierungsplans der US-Regierung für die Banken. Investoren suchten deshalb Zuflucht in sichereren Werten, darunter Öl. Sie befürchten, dass der Rettungsplan in einem Volumen von 700 Milliarden Dollar die Inflation anheizt und die US-Währung weiter schwächt.

Dow Jones nur knapp über 11.000 Punkten

Der Euro war am Montag erstmals seit drei Wochen wieder über die Marke von 1,47 Dollar gestiegen. Ein schwacher Dollar verbilligt die in US-Währung gehandelten Rohstoffe und lässt die Nachfrage steigen. Die Commerzbank macht zudem einen zuvor übertriebenen Pessimismus am Ölmarkt als Grund für die Aufwärtsbewegung verantwortlich.

Die US-Aktienmärkte sind vor der Veröffentlichung von Einzelheiten zum geplanten Rettungspaket für die amerikanische Finanzbranche kräftig ins Minus gerutscht. "Die Anleger sind skeptisch und fragen sich, welche Auswirkungen das US-Rettungspaket auf die Inflation hat", sagte ein Börsianer. Die US-Regierung will den schwer angeschlagenen Banken ihre faulen Kredite abkaufen. Die Investoren fürchteten vor allem, dass ein politisches Gerangel zu Verzögerungen und Verwässerungen führen und der Wirtschaft so langfristig schaden könnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit 3,3 Prozent im Minus bei 11.015 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 3,8 Prozent auf 1207 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 4,2 Prozent auf 2178 Punkte.

Die größten Verlierer waren die Aktien von JP Morgan und General Motors mit Verlusten von mehr als zehn Prozent. Knapp im Plus hielt sich Microsoft - der Software-Konzern hatte ein ehrgeiziges Programm zum Aktienrückkauf angekündigt.

ler/itz/AP/dpa/Reuters

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