Teure Energie Wirbelsturm "Gustav" treibt Ölpreis in die Höhe

Preisschub am Energiemarkt: Der Wirbelsturm "Gustav" hat die Ölproduktion am Golf von Mexiko fast vollständig lahmgelegt. Unter Investoren sorgt das für Verunsicherung - der Ölpreis steigt deutlich an.


Singapur - Der Wirbelsturm "Gustav" hat die Ölpreise weiter in die Höhe getrieben. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) 116,44 Dollar und damit 98 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit 114,81 Dollar 76 Cent mehr als zum Wochenschluss.

Der Sturm schränkte die Produktion der US-Ölförderanlagen am Golf von Mexiko fast vollständig ein. Nach Angaben des amerikanischen Energieinformationsdienstes Rigzone wurden bis Sonntag mindestens 223 der 717 fest verankerten Produktionsplattformen geräumt. Auch von den 121 beweglichen Bohrtürmen mussten 45 geschlossen werden.

Insgesamt wurde die Förderung um 96 Prozent zurückgefahren, die von Erdgas um 82 Prozent. Die Kapazität der Raffinerien wurde um etwa 15 Prozent gesenkt. Damit wurde die Verarbeitung von 2,4 Millionen Barrel Rohöl zu Treibstoff gestoppt.

Den Sturm "Gustav" werten Experten als Gefahr für die Förderanlagen in der ölreichen Region im Golf von Mexiko. "Das ist ganz gewiss ein gefährlicher Sturm", sagte Rohstoffexperte Gerard Burg von der National Bank of Australia. Die Marktteilnehmer seien in einer abwartenden Haltung. Entscheidend für die Entwicklung des Ölpreises seien die tatsächlich eingetretenen Schäden an der Infrastruktur.

Mit Windgeschwindigkeiten von rund 220 Kilometern pro Stunde hatte "Gustav" in der Nacht zum Sonntag den Golf von Mexiko erreicht, nachdem er zuvor auf den Westen Kubas getroffen war. Dort hinterließ er eine Schneise der Verwüstung. In der Provinz Pinar del Rio deckten die Sturmböen bei mehreren tausend Häusern die Dächer ab.

Auf der vorgelagerten Isla de la Juventud wurden viele Wohnungen von meterhohen Wellen durchflutet. "Dies ist die absolute Zerstörung", sagte ein Bewohner. "Auf der Insel der Jugend hat es noch nie eine solche Naturkatastrophe gegeben." Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt.

ssu/AP/dpa



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