Textilmogul Bernard Lacoste ist tot

Dass Lacoste heute zu den bekanntesten Textilunternehmen überhaupt gehört, verdankt der Hersteller vor allem dem Konzernerben Bernard Lacoste. Er baute die von seinem Vater gegründete Firma zur Weltmarke aus. Gestern starb der langjährige Firmenchef.


Paris - Bernard Lacoste ist nach schwerer Krankheit bereits am Dienstag im Alter von 74 Jahren gestorben. Das teilte das Unternehmen heute in Paris mit. Der langjährige Chef des Lacoste-Imperiums hatte die von seinem Vater, dem Tennisprofi René Lacoste, gegründete Firmengruppe nach 1963 mehr als vier Jahrzehnte lang geführt und zu einem Weltkonzern ausgebaut.

Bernard Lacoste: Ausbau zum Weltkonzern
Getty Images

Bernard Lacoste: Ausbau zum Weltkonzern

Der Daviscup-Gewinner René Lacoste hatte auf das Polohemd, in dem er auf den Tennisplatz trat, ein Krokodil sticken lassen, weil er von US-Reportern "das Krokodil" genannt wurde. Die Echse wurde zum Markenzeichen seiner Polohemd-Kollektion.

Bernard Lacoste machte aus der Firma eines der bekanntesten Textilunternehmen der Welt. Setzte Lacoste zu seinem Amtsantritt pro Jahr noch 300.000 Kleidungsstücke ab, waren es im vergangenen Jahr fast 50 Millionen in 110 Ländern. Hinzu kommen Millionen von Fälschungen, deren Produktion Lacoste in langwierigen Rechtsstreitigkeiten oft erfolglos zu unterbinden versuchte.

Bernard Lacoste knüpfte zudem weltweit Kontakte, um das Krokodil auch als Schuh-, Parfüm, Uhren- und Brillenmarke zu etablieren. Die Kleidung wird von der französischen Firma Devanlay in Lizenz hergestellt und vertrieben, die zur Schweizer Handelsgruppe Mauss gehört. Der Lacoste-Umsatz liegt bei 1,3 Milliarden Euro. Im September 2005 gab der Konzernlenker die Leitung an seinen Bruder Michel Lacoste ab.

suc/dpa-AFX/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.