Textilproduktion Billig-Jeans aus Asien dominieren deutschen Markt

Jede zweite Jeans kommt aus China und Bangladesch: Rund 55 Prozent der nach Deutschland importierten Jeans stammen aus asiatischen Niedriglohnländern. Mit maximal sieben Euro sind sie deutlich billiger als die Hosen aus anderen Ländern.


Wiesbaden - Knapp 142 Millionen Jeans sind im vergangenen Jahr nach Deutschland importiert worden - und jede zweite kam aus China oder Bangladesch: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes stammen knapp 55 Prozent aller im Jahr 2008 eingeführten Jeans aus den asiatischen Billiglohnländern. Aus der Volksrepublik seien insgesamt 48,5 Millionen Jeans im Gesamtwert von knapp 336 Millionen Euro eingeführt worden, aus Bangladesch 28,6 Millionen Hosen für insgesamt 135 Millionen Euro, teilte die Behörde am Dienstag mit. Bei der Hälfte der 20 wichtigsten Einfuhrländer für Jeans im Jahr 2008 habe es sich um asiatische Staaten gehandelt.

Textilarbeiter in Bangladesch: 4,72 Euro pro Jeans
AFP

Textilarbeiter in Bangladesch: 4,72 Euro pro Jeans

Bangladesch gilt als eines der ärmsten Länder der Welt - und das macht sich auch im Preis bemerkbar: Die Einfuhrkosten für Hosen aus asiatischer Niedriglohnproduktion hätten 2008 deutlich unter dem Durchschnitt für Jeans gelegen, teilten die Statistiker weiter mit. Während Jeans aus Bangladesch 4,72 Euro je Stück gekostet hätten und Hosen aus China 6,93 Euro, habe der Durchschnittspreis bei 9,57 Euro gelegen. Organisationen wie die "Kampagne für saubere Kleidung" kritisieren die Textilherstellung immer wieder, weil der Preisdruck zu Lasten der Mitarbeiter geht.

Hinter den beiden asiatischen Ländern liegen gemessen an den Importmengen die Türkei (14,7 Millionen Stück für 222,9 Millionen Euro), Pakistan (12,7 Millionen Stück für 83,3 Millionen Euro), Tunesien (5,4 Millionen Stück für 101,6 Millionen Euro) und Italien (3,7 Millionen Stück für 90,5 Millionen Euro). Unter den 20 Hauptbezugsländern waren weitere sieben asiatische sowie zwei europäische Länder: die Tschechische Republik und Rumänien.

sam/dpa/AFP



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