BGH verwirft Revision Urteil gegen Middelhoff ist rechtskräftig

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff muss voraussichtlich ins Gefängnis: Der Bundesgerichtshof hat eine Revision als unbegründet verworfen.

Top-Manager Middelhoff: Drei Jahre Haft wegen Untreue und Steuerhinterziehung
DPA

Top-Manager Middelhoff: Drei Jahre Haft wegen Untreue und Steuerhinterziehung


Das Urteil des Landgerichts Essen gegen den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff ist rechtskräftig. Der erste Strafsenat des Bundesgerichtshofs habe die vom Manager beantragte Revision als unbegründet verworfen, teilte der BGH mit.

Middelhoff muss nun damit rechnen, dass ihm die Staatsanwaltschaft Bochum in absehbarer Zeit einen Termin zum Strafantritt nennt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Justizkreisen erfuhr.

Middelhoff war im November 2014 wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung zu insgesamt drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Chef des pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns das Unternehmen um mehr als 500.000 Euro geschädigt hat. Dabei geht es vor allem um die Abrechnung privater Flugreisen.

Der Ex-Manager wurde nach der Urteilsverkündung noch im Gerichtssaal wegen Fluchtgefahr verhaftet. Erst nach fünf Monaten kam er gegen Zahlung einer Kaution von 895.000 Euro wieder auf freien Fuß.

Middelhoff hat die Vorwürfe stets bestritten. Seine Anwälte zeigten sich enttäuscht über die Entscheidung. Sie bekräftigten ihre rechtlichen Bedenken gegen den Schuldspruch. Außerdem bemängelten sie, dass die verhängte Strafe nicht zuletzt im Vergleich zu den Schadensbeträgen bei anderen Wirtschaftsstrafverfahren "unverhältnismäßig streng" sei.

Gleichzeitig signalisierten sie Zweifel, ob der Manager die Haftstrafe überhaupt antreten könne. Der 62-Jährige sei in der Untersuchungshaft schwer an einer Autoimmunkrankheit erkrankt und bedürfe einer engmaschigen ärztlichen Betreuung. "Ob Herr Dr. Middelhoff die gegen ihn verhängte Freiheitsstrafe antreten kann, muss daher in einem fairen Verfahren eingehend und sorgfältig geprüft werden", verlangten sie.

brk/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.