Thunfisch-Streit Greenpeace beugt sich

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat sich einer Protestaktion französischer Fischer gebeugt. Diese hatten das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior II" umzingelt, um eine Kampagne gegen die Überfischung zu stoppen.


Marseille - Die französische Schifffahrtsbehörde hatte Greenpeace bereits gestern verboten, sich in den Gewässern vor Marseille aufzuhalten. Nun kündigten die Umweltschützer an, das Seegebiet heute Abend in Richtung Spanien zu verlassen.

Greenpeace-Schiff: Sushi-Kult gefährdet Thunfisch-Bestände im Mittelmeer
REUTERS

Greenpeace-Schiff: Sushi-Kult gefährdet Thunfisch-Bestände im Mittelmeer

Damit beugte sich die Umweltgruppe dem Protest der französischen Berufsfischer, die gestern die Hafeneinfahrt von Marseille blockiert hatten. Mehrere Passagierschiffe und Frachtfähren konnten den Hafen wegen der Blockade nicht verlassen.

Heute Morgen umzingelten die Thunfischfänger erneut die "Rainbow Warrior II". Ihr Anführer, der Abgeordnete Mourad Kahoul, rief die Präfektur auf, die Umweltschützer mit Gewalt aus der Region fern zu halten. Anwesende Schiffe der Meeresgendarmerie griffen aber nicht ein.

Greenpeace ist mit dem Dreimaster "Rainbow Warrior II" auf Informationstour, um auf die drohende Vernichtung der Thunfischbestände im Mittelmeer aufmerksam zu machen. Die bis zu 4,5 Meter langen Fische werden mit Hilfe von Satellitenortung und großen Schleppnetzen gefangen und in Aufzuchtsfarmen gebracht.

Die Umweltorganisation fordert ein Moratorium zur Schleppnetzfischerei und wirft den französischen Fischern vor, im vergangenen Jahr weit mehr Thunfisch aus dem Meer geholt zu haben als nach geltenden Quoten erlaubt sei. Die Fischer weisen die Vorwürfe strikt zurück und sehen ihre Existenz durch ein Moratorium bedroht.

20 Prozent der weltweit gefangenen Thunfische kommen aus Frankreich. Damit stellen die Franzosen den größten Anteil an den Fängen. Wichtigster Abnehmer ist Japan, wo roter Thunfisch für Sushi begehrt ist.

nkl/dpa/AFP



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