Tierquälerei Mehr als jeder dritte Rindertransport weist Mängel auf

Extrem überladen, kaum Luft, kein Wasser: Ein Bundestagsbericht weist enorme Mängel bei Tiertransporten nach. Vor allem Rinder müssen leiden.

Tiertransport (Archivbild): Viele Verstöße festgestellt
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Tiertransport (Archivbild): Viele Verstöße festgestellt


Berlin - Die Wege zur Mast oder zum Schlachter sind für Nutztiere oft die reinste Qual, wie Kontrollen von Tiertransporten im vergangenen Jahr zeigten. Bei 23 Prozent der kontrollierten Schweinetransporte wurden Verstöße gegen die geltenden Vorschriften verzeichnet, wie aus einem Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags hervorgeht. Den Bericht hatte die Grünen-Fraktion in Auftrag gegeben.

Zudem wurden 34 Prozent der kontrollierten Schaftransporte bemängelt. Bei den Rindertransporten waren es sogar 38 Prozent. Zu den häufigsten Verstößen gehören dem Bericht zufolge eine Überladung der Transporter, eine falsche Anbindung der Tiere, defekte Lüftungsanlagen oder eine fehlende Wasserversorgung.

Der Agrarexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, appellierte an die Bundesregierung, sich in Brüssel für eine Verschärfung der Transportverordnung einzusetzen. Verstöße müssten härter bestraft werden. "Das sind wir den Tieren, die Tausende Kilometer über den Kontinent befördert werden, schuldig", sagte Ostendorff der "Saarbrücker Zeitung" vom Donnerstag. Allein zehn Millionen Schweine würden pro Jahr innerhalb Europas über die Ländergrenzen hinweg transportiert.

yes/AFP



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anders_denker 04.09.2014
1. Wo ist das Problem?
Kontrollen stärken - Zwangsunterbringung der Tiere und 50.000 EUR Kaution. Sonst sofortiger Verkauf an den lokalen Schlachthof für 10 EUR/Rind. - Vor Ort Reperatur der Tränken - bei Überladung muss ein ansässiges Unternehmen mit dem Transport der überzähligen Tiere beauftragt werden. Gegen Vorkasse! Der Fahrer selbst wird belangt - Kaution 10.000 EUR, sonst Stillegung des Fahrzeugs und nach spätestens 3 Werktagen Verwertung. Der Transportmafia muss eben Druck gemacht werden und Strafen müssen schmerzen. Wer meint eine Existenz mit billig billig und Gesetzesverstößen sichern will muß lernen das er sie damit auch gänzlich vernichten kann!
birnstein 04.09.2014
2. Tausende Kilometer
Warum werden Tiere über tausende Kilometer zum Schlachthof gefahren? Da liegt doch das Problem. Regionale Schlachthöfe und somit kurze Transportwege sind die Lösung. Ein Grüner, der so lange Transporte als gottgegeben ansieht, ist kein Agrar-Experte.
hegelmann 04.09.2014
3. Gutes einfach getan!
Also wenn man heute die Welt verbessern möchte, dann kann man das am effizientesten über den Tierschutz. Hier greift der Hebel wahrscheinlich am weitesten, der die Mehrkosten, die dieser selbstverständlich mit sich führt, mit einer gigantischen Reduktion an weltweiten Qualen tausendfach aufwiegt. Grund dafür ist die überwiegend entsetzliche Qualität von Tierleben in Menschenhänden. Sicher gibt es Millionen Menschen denen es schlecht geht, und allen sollte geholfen werden. Wo das Leid aber in jedem Winkel der Erde chronisch systematisiert wird, da können Reformen noch Wunder wirken. Also liebe Politik, auch Wesen die nicht wählen gehen können haben Einfluss auf das einzige Ziel, dass ihr verfolgen solltet: die Verbesserung der Welt.
nbslp 04.09.2014
4.
Wenn die Menschen schon nicht gut miteinander umgehen können, warum sollen sie es dann mit den Tieren machen?
hasenherz 04.09.2014
5. Solange es Euch schmeckt...
wird es dieses unvorstellbare Leid der Tiere geben! Von Geburt an, dem kurzen Leben und dem Tod. Nichts davon ist natürlich. Alle 6 Tage werden mehr "Nutztiere" abgeschlachtet als bis heute Menschen auf dieser Erde existiert haben! Aber Kalb, Rind, Lamm, Schwein und Pute schmecken halt so gut...
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