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Treffen mit Schäuble: US-Finanzminister kritisiert deutschen Exportüberschuss

Finanzminister Lew (l.) und Schäuble: Nicht immer einer Meinung Zur Großansicht
DPA

Finanzminister Lew (l.) und Schäuble: Nicht immer einer Meinung

Eigentlich sollte es harmonisch zugehen beim Treffen des amerikanischen Finanzministers mit seinem deutschen Kollegen. Doch Jack Lew nutzte die Gelegenheit für neue Kritik an Deutschlands Exportstärke. Und auch Wolfgang Schäuble konnte sich den ein oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen.

Berlin - Erneut gibt es Kritik aus Washington an Deutschlands hohen Exportüberschüssen: Die USA erwarten von der neuen schwarz-roten Bundesregierung eine Ankurbelung von Konsum und Investitionen im eigenen Land. Dies könne zu mehr Wachstum in Europa und der ganzen Welt führen. "Wir haben deutlich gemacht, dass eine stärkere Binnennachfrage sehr gut wäre", sagte US-Finanzminister Jacob Lew am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble (CDU).

Die USA üben seit Jahren immer wieder Kritik an der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft und fordern von Deutschland beharrlich, auch im Interesse der Weltwirtschaft mehr für das Wachstum im eigenen Land zu tun. Für Aufsehen hatte Ende Oktober ein Bericht aus Lews Ministerium gesorgt. Darin warfen die Amerikaner Deutschland vor, der wirtschaftlichen Stabilität in Europa und der Welt zu schaden.

Nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes stiegen die deutschen Exporte im November den vierten Monat in Folge. Auch in der EU wird das kritisch gesehen. Seit Mitte November prüft die Europäische Kommission Deutschlands hohe Leistungsbilanzüberschüsse.

Schäuble warnt vor Spekulationsblasen

Der deutsche Finanzminister wies die Kritik seines amerikanischen Gastes am Mittwoch zurück. "Wir führen unsere Gespräche nicht, um uns gegenseitig Zensuren zu verteilen, sondern um uns besser zu verstehen." Die Euro-Zone hätte ohne Deutschland ein Handelsdefizit, sagte Schäuble. "Das amerikanische Defizit wird nicht besser wenn ein europäisches Defizit hinzugefügt wird."

Trotz der Kritik war Lew sichtlich bemüht, nicht den Eindruck eines Streits zwischen den engen Verbündeten aufkommen zu lassen. Man habe nicht immer die gleichen Ansichten, verfolge aber die gleichen Ziele wie Wachstum und Reformen, sagte Lew, der auf seiner Europa-Reise auch Frankreich und Portugal besuchte. So sollte das geplante Handelsabkommen zwischen Europa und den USA zügig vorangebracht werden. Die Gespräche dazu waren in den vergangenen Monaten durch den Ausspähskandal um den US-Geheimdienst NSA stark belastet worden.

Einen kleinen Seitenhieb gegen die USA konnte sich Schäuble am Mittwoch denn auch nicht verkneifen. Nach dem Treffen mit Lew warnte er vor neuen Spekulationsblasen - und kritisierte damit indirekt auch die US-Notenbank Fed, die wegen des schwachen US-Wachstums die Wirtschaft mit billigem Geld flutet. Die hohe Liquidität in Folge der lockeren Geldpolitik könnte Überhitzungen auslösen, sagte Schäuble. Er sei sich mit Lew einig, dass dies sorgfältig beobachtet werden müsse. Lew selbst äußerte sich dazu allerdings nur ausweichend.

stk/dpa/Reuters

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Rating Agenturen haben an Macht verloren
a.peanuts 08.01.2014
Haha,die Rating Agenturen haben an Macht verloren Jetzt soll anderweitig beeinflusst werden. Die dumpfen Amis können es nicht lassen. Und deren Chlorhüner können die von mir aus nach Mexiko exportieren.
2. leute -
ambulans 08.01.2014
wenn ihr mal wieder etwas zum herzhaften lachen braucht: fordert diesen US-finanzminister doch nur auf, seine "Beschwerden" und "vorhaltungen" einfach einmal HANDSCHRIFTLICH "vorzubringen" - so ein "inter-galaktisches" gelächter von allerlei interessierten seiten (versprochen!) habt ihr noch nie auch nur ansatzweise gehört (schwester - die stöpsel bitte!) ...
3. Die USA fürchten,
volker_morales 08.01.2014
dass D seine Überschüsse dazu nutzt, den politischen Einfluss auf seine Partner zu erhöhen und damit den Einfluss der Amerikaner zu senken. Die US-Logik: Nur wenn D genauso pleite ist wie die USA, ist die politische Hackordnung gewahrt.
4.
CommonSense2006 08.01.2014
Ich wäre auch begeistert, wenn die Binnennachfrage ansteigen würde. Aber dazu müssten höhere Lohnabschlüsse getätigt werden und dafür sind bei uns die Tarifpartner zuständig und nicht der Staat. Oder wollte uns der US-Finanzminister dazu überreden, höhere Staatsausgaben auf Pump zu finanzieren, so wie die USA das die ganze Zeit tun und damit fröhlich dem Bankrott entgegen gehen?
5. Konsumankurbelung
cum infamia 08.01.2014
Ein probates Mittel zur Konsumankurbelung wäre doch die schnellstmögliche Einführung eines Mindestlohnes, möglichst weit über 8,50 Euro. Frau Merkel, handeln Sie - die " Weltgemeinschaft" will es !
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