Tropensturm-Gefahr BP kämpft um seine Milliarden-Plattform im Meer

Ingenieure des Erdölkonzerns BP versuchen, die eine Milliarde Dollar teure Bohrplattform "Thunder Horse" im Golf von Mexiko zu retten. Seit dem letzten Hurrikan steht sie schräg im Meer und muss dringend wieder aufgerichtet werden - doch schon braut sich der nächste Sturm zusammen.


Bohrinsel "Thunder Horse": Genaue Ursache für Abkippen noch unklar
AP/ BP

Bohrinsel "Thunder Horse": Genaue Ursache für Abkippen noch unklar

London - Seitdem der Hurrikan "Dennis" durchgezogen ist, steht die "Thunder Horse" um 20 Grad gekippt. Das untere Deck der Plattform berühre fast das Wasser, hieß es heute in einer Mitteilung des britischen Konzerns. Zwar habe sich die Lage über Nacht entschärft. Dem nationalen Hurrikan-Zentrum in Florida zufolge könnte jedoch in den kommenden Tagen der nächste Tropensturm eintreffen - "Emily" bewegt sich bereits vom Atlantik aus westwärts.

BP teilte mit, Ingenieure seien auf der Anlage und begutachteten den Schaden: "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Plattform bis zur Ankunft von 'Emily' in einem stabileren Zustand haben."

Die Off-Shore-Plattform, die 240 Kilometer südlich von New Orleans liegt, war zum Zeitpunkt des Unglücks noch nicht fertiggestellt. Plangemäß soll "Thunder Horse" zum Ende des Jahres in Betrieb gehen. Dann wäre die Anlage die größte halb-tauchfähige Bohrplattform weltweit.

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Sie war am Freitag evakuiert worden, die bedrohliche Schieflage wurde drei Tage später entdeckt. Die Ursache für das Abkippen ist laut BP unklar. Das Gerüst sei nicht beschädigt, hieß es. Analysten spekulieren, das Problem dürfte bei den Ballasttanks liegen.

Die Sorge vor neuen tropischen Stürmen in der Region hat im New Yorker Handel die Ölpreise weiter nach oben getrieben. Der Preis für die Sorte WTI näherte sich an der Rohstoffbörse Nymex wieder der Marke von 61 Dollar je Barrel. Händler befürchteten, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu weit reichenden Produktionsunterbrechungen im Golf von Mexiko kommen könnte.



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