Trotz Finanzkrise Deutschland wird laut Glos wieder Exportweltmeister

Die Krise kann den Titel nicht nehmen: Laut Wirtschaftsminister Glos schafft es Deutschland, auch 2008 Exportweltmeister zu werden. Das kommende Jahr sieht allerdings weniger verheißungsvoll aus.


Frankfurt am Main - In diesem Jahr klappt es noch: Die vorläufigen Daten der Welthandelsorganisation WTO belegten, dass Deutschland auch 2008 Exportweltmeister bleiben könne, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die deutsche Wirtschaft habe einmal mehr ihre Exportstärke unter Beweis gestellt.

Wirtschaftsminister Glos: "Exportstärke unter Beweis gestellt"
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Wirtschaftsminister Glos: "Exportstärke unter Beweis gestellt"

Laut WTO habe Deutschland bis September Waren für 1157 Milliarden Dollar ausgeführt, 20,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. China bleibt nach Angaben des Wirtschaftsministers auf Platz zwei. Der Abstand zu dem Verfolger habe sich kaum verringert, weil dessen Exportwachstum mit 22,3 Prozent geringer als erwartet ausgefallen sei. Im Vorjahr sei die chinesische Ausfuhr noch um 27 Prozent gewachsen.

Allerdings würden sich die Auswirkungen der weltweiten Konjunkturabschwächung in den nächsten Monaten zunehmend auch in der Außenhandelsstatistik niederschlagen, sagte Glos. Deshalb komme es darauf an, klare Signale zur Stimulierung des Welthandels mit einem raschen Abschluss der WTO-Verhandlungen zur Doha-Runde zu senden. "Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Ankurbelung der Weltwirtschaft", wird Glos zitiert.

Steuerschecks zur Belebung der Konsumnachfrage lehnte Glos allerdings ab: "Konsumgutscheine mögen als Geschenkidee gut in die Vorweihnachtszeit passen, unsere tatsächlichen wirtschaftlichen Probleme lösen wir damit nicht." Einmalige "Anschubaktionen" taugten wenig, um ein Wachstumstal zu überwinden. "Was machen wir denn im März oder April, wenn die Effekte von Einmalzahlungen im Februar verpufft sind?", fragte Glos. Aktuelle Erfahrungen in den USA zeigten, dass die Wirkungen selbst massiver Zahlungen schon nach sehr kurzer Zeit verschwindend gering seien. "Was bleibt, ist die Rechnung für den Staatshaushalt", sagte der Minister.

sam/AP



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