Trotz Inflationsrisiko Estland kann den Euro einführen

Acht Kandidaten sind durchgefallen, nur Estland erfüllt die Euro-Kriterien und darf der Währungsunion beitreten. Die EU-Kommission bescheinigt dem Land die wirtschaftliche Tauglichkeit - ab Januar 2011 soll die Euro-Zone auf 17 Mitglieder erweitert werden.


Brüssel - Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, Estland im kommenden Jahr in die Euro-Zone aufzunehmen. "Estland hat einen hohen Grad an dauerhafter wirtschaftlicher Konvergenz erreicht und ist für die Einführung des Euro am 1. Januar 2011 bereit", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Die übrigen acht Kandidaten fielen durch.

Die Kommission bescheinigte Estland, alle Kriterien erfüllt zu haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) äußerte dagegen Vorbehalte gegen den Beitritt. "Insgesamt gibt es Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit, mit der Estland das Konvergenzkriterium Inflation erfüllen kann", teilte die Notenbank in Frankfurt mit.

Die EZB und die EU-Kommission erstellen alle zwei Jahre unabhängig voneinander einen Bericht, in dem sie die Euro-Beitrittsanwärter beurteilen. Die Konvergenzkriterien sehen vor, dass das Defizit eines Landes drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht übersteigen darf und die Staatsschulden nicht höher als 60 Prozent des BIPs sein dürfen. Zudem müssen Inflation und Zinsen niedrig sein.

Die endgültige Entscheidung treffen die EU-Finanzminister im Juli. Zuvor muss das Europäische Parlament Stellung nehmen und die EU-Staats- und Regierungschefs werden das Thema auf ihrem Gipfeltreffen im Juni erörtern.

Auch die EZB bescheinigte dem Land mit 1,3 Millionen Einwohnern, die Beitrittskriterien zu erfüllen, äußerte jedoch Zweifel, dass Estland seine sehr niedrige Inflationsrate halten kann, wenn nach der Krise der wirtschaftliche Aufholprozess wieder einsetzt. "Wenn die Phase der Anpassung vorüber ist, dürfte es angesichts des geringen Spielraums der Geldpolitik schwierig werden, die Teuerungsrate niedrig zu halten. Der Aufholprozess dürfte die Inflation in den kommenden Jahren antreiben, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Wirtschaftsleistung pro Kopf und das Preisniveau in Estland nach wie vor niedriger sind als in der Euro-Zone."

Bulgarien, Tschechien, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden erfüllten nicht alle Euro-Kriterien, teilte die EU-Kommission mit.

cte/Reuters/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
shokaku 12.05.2010
1. Extrem optimistisch
Zitat von sysopAcht Kandidaten sind durchgefallen, nur Estland erfüllt die Euro-Kriterien und darf der Währungsunion beitreten. Die EU-Kommission bescheinigt dem Land die wirtschaftliche Tauglichkeit - ab Januar 2011 soll die Euro-Zone auf 17 Mitglieder erweitert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,694525,00.html
Falls es dann noch eine Euro-Zone geben sollte.
Bre-Men, 12.05.2010
2. Ganz klar
Zitat von sysopAcht Kandidaten sind durchgefallen, nur Estland erfüllt die Euro-Kriterien und darf der Währungsunion beitreten. Die EU-Kommission bescheinigt dem Land die wirtschaftliche Tauglichkeit - ab Januar 2011 soll die Euro-Zone auf 17 Mitglieder erweitert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,694525,00.html
Nur Estland kann es sein. Ein Tipp an Mutti. Gleich mal die Rücklagen erhöhen. Wahlkampf a la CDU: Wir sparen bei der Bildung für Estland.
unterländer 12.05.2010
3. Danke
Zitat von sysopAcht Kandidaten sind durchgefallen, nur Estland erfüllt die Euro-Kriterien und darf der Währungsunion beitreten. Die EU-Kommission bescheinigt dem Land die wirtschaftliche Tauglichkeit - ab Januar 2011 soll die Euro-Zone auf 17 Mitglieder erweitert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,694525,00.html
Mann mann mann. Gerade taumelt der Euro am Rande seiner Existenz dahin und die eurobesoffenen Brüsseler "Politiker" habe nichts Besseres zu tun, als einen neuen Wackelkandidaten in die Euro-Zone aufzunehmen.
doctor manhattan 12.05.2010
4. Ich glaub
Ich spinne. Hoffentlich ist bald Schluß mit diesem Euroerweiterungsschwachsinn.
Philip Marlowe 12.05.2010
5. Hurra!
Zitat von sysopAcht Kandidaten sind durchgefallen, nur Estland erfüllt die Euro-Kriterien und darf der Währungsunion beitreten. Die EU-Kommission bescheinigt dem Land die wirtschaftliche Tauglichkeit - ab Januar 2011 soll die Euro-Zone auf 17 Mitglieder erweitert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,694525,00.html
Der "Musterschüler" Estland ist mindestens genauso ein Hirngespinst wie es das spanische "Wachstumswunder" und der "Celtic Tiger" Irland waren. Die baltischen Länder sind wirtschaftlich Lichtjahre von Westeuropa entfernt (Durchschnittslohn in Estland: 800€ bruto), durch und durch korrupt und durch eine starke russische Minderheit auf der einen und ewiggestrige Ultranationalisten auf der anderen Seite politisch höchst instabil. Statt den Euroraum auf den wirtschaftlich noch halbwegs funktionierenden Kern (Deutschland, Frankreich, Benelux und Österreich) zu begrenzen, wird nicht nur der Rauswurf Griechenlands kategorisch ausgeschlossen, sondern unbeirrt am neoliberalen Verwüstungszug nach Osten Richtung Baltikum, Polen, Rumänien, Albanien und Türkei - also Richtung vollständigem Bankrott der Nettozahler - festgehalten. Falls also eine Verkleinerung des Euroraumes nicht gewünscht ist, bleibt nur noch der schnellstmögliche Ausstieg aus dem Euro oder eben Aufstocken der Rettungspakete auf 100 Fantastilliarden, Inflationsraten im zweistelligen Bereich und Angleichung des deutschen an den rumänischen Lebensstandard.
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