Trotz Krise Superreiche werden noch reicher

Die Wirtschaftskrise ist vorbei - zumindest für die Multimilliardäre. Ihr Vermögen ist laut "Forbes" um 50 Prozent gestiegen und erreicht mit 3,6 Billionen Dollar fast wieder den Stand von 2008. Mächtig aufgeholt haben die Chinesen, sie stellen nach den USA die meisten Superreichen.


New York - Die zehn reichsten Menschen der Welt besaßen im vergangenen Jahr ein Vermögen von 342 Milliarden Dollar. Die Top Ten der Superreichen hat damit laut US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" 88 Milliarden Dollar mehr angehäuft - im Krisenjahr 2009 kamen sie auf 254 Milliarden Dollar.

Auch die Zahl der Milliardäre ist deutlich gestiegen: 1011 Menschen gehören 2010 zum elitären Zirkel der Superreichen. Das ist fast wieder der Stand von 2008, im vergangenen Jahr zählte die Liste knapp ein Drittel weniger Personen. Ebenso bemerkenswert: Nur zwei Milliardäre der Top 100 kommen auf ein geringeres Vermögen als im Vorjahr, darunter ist der deutsche Aldi-Gründer Theo Albrecht. Das Gesamtvermögen aller Milliardäre stieg um 50 Prozent auf 3,6 Billionen Dollar.

"Forbes"-Chef Steve Forbes sagte, die konjunkturelle Erholung spiegele sich in der Liste wieder. "Die Weltwirtschaft erholt sich. Die Finanzmärkte sind wieder da, vor allem die Märkte der Schwellenländer."

Für die Liste der 100 reichsten Menschen der Welt klicken Sie hier.

Stark im Kommen sind vor allem die asiatischen Milliardäre: Im vergangenen Jahr zählten sie noch zu den großen Verlierern der Wirtschaftskrise. Nun ist die Zahl der Milliardäre laut "Forbes" um 80 Prozent gestiegen. Erstmals stellen die Chinesen die meisten Milliardäre außerhalb der USA - insgesamt 64, zusammen mit Hongkong sind es sogar 89.

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"Forbes"-Liste: Die reichsten Amerikaner

Auch die indischen Superreichen konnten nach massiven Verlusten im Vorjahr Spitzenplätze zurückerobern. Zwei schafften es sogar in die Top Ten: Öl-Unternehmer Mukesh Ambani (29 Milliarden Dollar) und Stahl-Magnat Lakshmi Mittal (28,7 Milliarden Dollar). Insgesamt zählt Asien nur noch 14 Milliardäre weniger als Europa.

Aldi-Eigentümer landet auf Platz zehn

Reichster Mensch der Welt ist ein Mexikaner: Der Telekommunikationsmagnat Carlos Slim Helu löste Microsoft-Gründer Bill Gates an der Spitze des "Forbes"-Raking ab. Er kommt auf ein geschätztes Vermögen von 53,5 Milliarden, 500 Millionen Dollar mehr als Gates. Es ist das erste Mal seit 1994, dass kein US-Bürger an der Spitze der Liste steht. Auf Rang drei folgt Großinvestor Warren Buffett, der sein Vermögen um zehn Milliarden auf 47 Milliarden Dollar steigern konnte.

Wie im Vorjahr ist New York die Stadt mit den meisten Milliardären. In der US-Metropole leben 60 Superreiche. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Moskau mit 50 Milliardären und London mit 32.

Reichster Deutscher bleibt Aldi-Eigentümer Karl Albrecht. Das Vermögen des 90-Jährigen wird auf 23,5 Milliarden Dollar geschätzt - zwei Milliarden mehr als im Vorjahr. Das reicht zu Platz zehn auf der "Forbes"-Liste. Vor seinen Bruder Theo Albrecht hat sich in diesem Jahr Handelskönig Michael Otto geschoben, der mit geschätzten 18,7 Milliarden Dollar Vermögen auf Platz 21 der "Forbes"-Liste steht.

Milliardäre aus Deutschland

Rang Name Alter geschätztes Vermögen
in Milliarden Dollar
10 Karl Albrecht 90 23,5
21 Michael Otto und Fam. 66 18,7
31 Theo Albrecht 88 16,7
51 Susanne Klatten 47 11,1
99 August von Finck 80 7,3
108 Klaus-Michael Kuhne 72 6,6
117 Curt Engelhorn 83 6,3
132 Stefan Quandt 43 5,7
132 Reinhold Wurth 74 5,7
154 Karl-Heinz Kipp 86 5,0

Quelle: "Forbes"

Albert von Thurn und Taxis hat seinen Spitzenplatz als jüngster Milliardär auf der berühmten Liste verloren. Der 26-jährige Sohn von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis steigerte sein Vermögen um 100 Millionen Dollar auf 2,2 Milliarden. Der noch ein Jahr jüngere Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kommt auf vier Milliarden Dollar - und eroberte Platz eins bei den Youngsters.

Die jüngsten Milliardäre

Rang Name Land Alter geschätztes Vermögen
in Milliarden Dollar
212 Mark Zuckerberg USA 25 4,0
437 Albert von Thurn und Taxis Deutschland 26 2,2
277 Yang Huiyan China 28 3,4
721 Fahd Hariri Libanon 29 1,4
937 Li Zhaohui China 29 1,0
721 Aymin Hariri Saudi Arabien 31 1,4
721 Yoshikazu Tanaka Japan 33 1,4
24 Sergey Brin USA 36 17,5
212 John Arnold USA 36 4,0
721 Fang Wei China 36 1,4

Quelle: "Forbes"

cte/Reuters/AFP

insgesamt 748 Beiträge
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Seite 1
Spessartplato, 26.02.2010
1.
Zitat von sysopDas US-Magazin "Forbes" veröffentlicht regelmäßig eine Liste der reichsten Menschen der Welt. Manche besitzen zig Milliarden Dollar - das entspricht dem Haushalt ganzer Staaten. Ist privater Reichtum moralisch verwerflich? Oder ist er angemessen, wenn er durch eigene Arbeit angehäuft wurde?
Ja, wenn er auf Kosten anderer erwirtschaftet wird, und das dürfte in den meisten Fällen der Fall sein.
rolli 26.02.2010
2.
Mein Herr, Sie verwechseln die Wirkung mit der Ursache. Der Zusammenhang zwischen Faschismus und Neoliberlaismus ist genügend geklärt, und Westerwelle ist lediglich ein weiterer Beweis. Er bedient die neoliberalistische Neiddebatte pur. All das, was Sie an den Pranger stellen ist Ergebnis des Neoliberalismus. Lesen Sie sich bildungsmässig einfach in den gescheiterten realen Neoliberalismus in Südamerika und Asien ein, dann posten Sie hier wieder.
nr6527 26.02.2010
3. Money rules the world
Zitat von sysopDas US-Magazin "Forbes" veröffentlicht regelmäßig eine Liste der reichsten Menschen der Welt. Manche besitzen zig Milliarden Dollar - das entspricht dem Haushalt ganzer Staaten. Ist privater Reichtum moralisch verwerflich? Oder ist er angemessen, wenn er durch eigene Arbeit angehäuft wurde?
Privater Reichtum ist nicht moralisch verwerflich, ab einer gewissen Höhe ist Reichtum aber kontraproduktiv für die gesellschaftliche Entwicklung. Durch eigene Arbeit ist noch niemand reich geworden.
Reformhaus, 26.02.2010
4. "wahre Thesen"
Wenn "Wahrheit" und "Simpel" aufeinander treffen, verspricht das amüsant zu werden. Zunächt einmal ist eine These eine These. Ob diese wahr ist oder nicht darüber lässt sich zumeist trefflich streiten, denn was als "wahr" verkauft wird ist nichts anderes als schlichte Meinung. Nur Simpel gehen dem auf dem Leim.
Reformhaus, 26.02.2010
5. Lesen Sie sich bildungsmässig einfach ein in ...
Zitat von rolliMein Herr, Sie verwechseln die Wirkung mit der Ursache. Der Zusammenhang zwischen Faschismus und Neoliberlaismus ist genügend geklärt, und Westerwelle ist lediglich ein weiterer Beweis. Er bedient die neoliberalistische Neiddebatte pur. All das, was Sie an den Pranger stellen ist Ergebnis des Neoliberalismus. Lesen Sie sich bildungsmässig einfach in den gescheiterten realen Neoliberalismus in Südamerika und Asien ein, dann posten Sie hier wieder.
Das ist viel verlangt von einem, der in den Kategorien "simpel" und "wahr" denkt.
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