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TV-Empfang: ProSieben begräbt Pläne für Satelliten-Gebühr

Millionen Kunden des Satelliten-Fernsehens sind beunruhigt, weil die Privaten angeblich für den Empfang eine monatliche Gebühr verlangen wollen. Der Chef von ProSiebenSat.1 betont nun: Man habe solche Ideen zwar geprüft, aber ad acta gelegt. Von RTL gibt es hingegen kein klares Dementi.

München - "Das Thema ist schon länger erledigt", sagte ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch der Deutschen Presse-Agentur. Von 2004 bis Anfang dieses Jahres sei eine Verschlüsselung der Programme diskutiert worden. "Wir haben aber bereits vor Monaten die Entscheidung getroffen, das Projekt nicht durchzuführen." Der Chef der Senderfamilie reagierte damit auf einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach ProSiebenSat.1 und RTL mit dem Satellitenbetreiber SES Astra über eine Verschlüsselung verhandelten.wonach ProSiebenSat.1 und RTL mit dem Satellitenbetreiber SES Astra über eine Verschlüsselung verhandelten.

Konzernchef de Posch: Verschlüsselung ist zu aufwendig
DPA

Konzernchef de Posch: Verschlüsselung ist zu aufwendig

Wesentlich weniger konkret als de Posch äußerte sich RTL zu dem Bericht. Die Sendergruppe prüfe "viele Optionen", erklärte ein Sprecher vieldeutig. SES Astra hielt sich auf Anfrage der "FAZ" bedeckt und lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Zeitung hatte unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, dass beide Sendergruppen mit dem Satellitenbetreiber über eine Verschlüsselung ihrer Programme verhandelten. Demnach würden im Falle einer Umsetzung der angeblichen Pläne Fernsehhaushalte mit Satellitenschüssel künftig an ihrem Empfangsgerät ein Zusatzmodul benötigen, um die Programme der beiden Anbieter sehen zu können. Im Gespräch sei, dafür eine monatliche Gebühr von etwa drei Euro zu verlangen. "Die Ankündigung der Pläne ist demnächst denkbar, die Einführung ist für 2007 realistisch", erklärten die Informanten dem Blatt.

"Risiko wirtschaftlich zu hoch"

Eine Verschlüsselung hätte sich im Laufe der Diskussionen als zu aufwendig erwiesen, erklärte dagegen de Posch. Außerdem habe man sich auch aus kartellrechtlichen Gründen dagegen entschieden. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko auch wirtschaftlich zu hoch war." Auch Überlegungen, verschlüsselte und frei empfangbare Programme parallel in Form eines so genannten Simulcast anzubieten, gebe es derzeit nicht. "Dafür braucht man minimum zwei bis drei Jahre", sagte de Posch.

Aussichten auf eine baldige Einigung sieht der ProSiebenSat.1-Chef dagegen mit den Kabelnetzbetreibern über eine Einspeisung digitaler Programme. "Wir sind in intensiven Diskussionen und werden versuchen, in den nächsten Wochen zu einem Deal zu kommen", sagte de Posch. Dieser müsste aber für alle Seiten eine "Win-Win-Lösung" bringen.

Für ProSiebenSat.1 sei dabei neben der technischen Reichweite auch die Fragen entscheidend, wie die Übergangsphase zwischen analog und digital organisiert werden könne, wie die Geschäftsmodelle gestaltet seien und welche Kosten anfielen. Ursprünglich war Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland, davon ausgegangen, dass man bereits im Frühjahr dieses Jahres zu einer Einigung kommen könnte.

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Forum - Gebühren - Auf dem Weg zum totalen Pay-TV?
insgesamt 106 Beiträge
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1.
DJ Doena 30.11.2005
Im Sinne der Allgemeinheit wär pay-TV allemal, dann würden die leute endlich mal anfangen, zu überlegen, was sie gucken. Ich gucke extrem wenig TV (a bisserl n-tv abends und morgends und auf Tele 5 "Dragonball Z"). Ansonsten weder ÖRTV noch PrivTV. Dafür hab ich meine DVD-Sammlung (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena), wenn ich Bedürfnis nach werbefreien Filen oder Serien im Originalton habe.
2.
Rainer Helmbrecht 30.11.2005
---Zitat von sysop--- Private Fernseh-Betreiber prüfen, Gebühren für Satelliten-TV einzuführen - auch als Alternative zu den sinkenden Werbe-Einnahmen. Zeichnet sich damit ein Übergang zum allgemeinen Pay-TV ab? Wäre dies für Sie ein attraktives Zukunftsszenario? Für welche Sendungen und Sender würden Sie zahlen - und wie viel? ---Zitatende--- Da wäre ich sehr dafür, nur noch Pay-TV. Mit der Einführung würden endlich mal diese Müllsender verschwinden. Weil ich mir nicht vorstellen kann, daß man diesen ganzen Comedy Mist auch noch bezahlen möchte. Allerdings möchte ich noch anmerken, daß mein Konsum keines Falles mehr als 3€ 50 /Mon. betragen würde. Wenn die Werbesendungen entfallen würden, täte das zwar den Programmen gut, aber dafür noch Geld ausgeben, das wäre mir zuviel. Immerhin, bietet die Werbung ja den Vorteil, das laufende Programm zu bewerten, und bei meiner Frau und mir fällt in den meisten Fällen der Entschluß,... weißt du was, den Murks schalten wir ab und gehen ins Bett.
3.
Laurenz Klecker, 30.11.2005
---Zitat von sysop--- Private Fernseh-Betreiber prüfen, Gebühren für Satelliten-TV einzuführen - auch als Alternative zu den sinkenden Werbe-Einnahmen. Zeichnet sich damit ein Übergang zum allgemeinen Pay-TV ab? Wäre dies für Sie ein attraktives Zukunftsszenario? Für welche Sendungen und Sender würden Sie zahlen - und wie viel? ---Zitatende--- Ja, das sollen sie nur machen. Aber dann möchte ich mich von Sendung zu Sendung entscheiden können, nein besser, ich möchte die einzelne Sendeminute abgerechnet bekommen. Dann macht es noch mehr Spaß, die lästigen Werbeblöcke wegzuzappen, und solch ein Schmarrn wie Big Brother oder Dschungelcamps bliebe von mir unfinanziert. Ich fürchte nur, anspruchsvollere Sendungen blieben dann auf der Strecke. Die können sich, da sie einen kleineren Zuschauerkreis ansprechen, nur aufgrund einer Mischkalkulation halten, die bei meinen oben skizzierten Modell aber hinfällig wäre. Aber auf jeden Fall könnte das ein Schritt in Richtung zu einem bewussteren Umgang mit dem Medium sein.
4.
pps, 30.11.2005
---Zitat von sysop--- Private Fernseh-Betreiber prüfen, Gebühren für Satelliten-TV einzuführen - auch als Alternative zu den sinkenden Werbe-Einnahmen. Zeichnet sich damit ein Übergang zum allgemeinen Pay-TV ab? Wäre dies für Sie ein attraktives Zukunftsszenario? Für welche Sendungen und Sender würden Sie zahlen - und wie viel? ---Zitatende--- Spitzenmäßige Idee! Dann hört der Bertelsmannmüll auf. Für Familien mit Kindern das 50fache. Dann klappt's auch wieder mit PISA.
5.
Dominik Menakker, 30.11.2005
Ganz ohne Werbung geht nicht. Finde Filme auf ARD und ZDF immer total nervig. Wann soll man da mal auf Toilette, Bier holen, Kind ins Bett bringen etc. Vielmehr hoffe ich, dass dann viel von dem Müll, der so gesendet wird wegfällt. Wenn mir ein Programm zu doof wird, wird es eben abbestellt. Ende! Wenn es sich im bezahlbaren Rahmen hält wäre also Pay-TV durchaus zu befürworten.
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