Übernahmekampf Yahoo verhandelt mit Murdoch über Bündnis gegen Microsoft

Abwehrpakt gegen Microsoft: Um das Übernahmeangebot von Microsoft zu kontern, verhandelt Yahoo nun mit Medienmogul Rupert Murdoch. Dessen Konzern News Corp. soll sich laut einem Zeitungsbericht an Yahoo beteiligen, die Online-Angebote könnten kombiniert werden.


New York - Der Internet-Konzern Yahoo verhandelt zur Abwehr der drohenden Übernahme durch Microsoft laut US-Berichten mit Medienmogul Rupert Murdoch über eine Kooperation.

Medienmogul Rupert Murdoch: 20 Prozent Beteiligung an Yahoo?
AFP

Medienmogul Rupert Murdoch: 20 Prozent Beteiligung an Yahoo?

Online-Angebote aus Murdochs Imperium könnten demnach mit Yahoo kombiniert werden, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe. Im Gegenzug solle der von Murdoch kontrollierte Konzern News Corp. an Yahoo beteiligt werden.

Über News Corp. und einen privaten Finanzinvestor solle Yahoo zudem eine Kapitalspritze erhalten. Die Beteiligung von Murdochs Konzern könnte über 20 Prozent liegen, berichtete die Zeitung weiter. Zu News Corp. gehört unter anderem das Online-Netzwerk MySpace.

Zuvor hatten bereits mehrere Brancheninsider auf Websites über Gespräche zwischen den beiden Seiten berichtet. Erst vor einer Woche hatte Murdoch eine Gegenofferte zu Microsofts Angebot für Yahoo ausgeschlossen. Yahoo und Murdoch hatten vor längerer Zeit schon einmal über Kooperationen gesprochen, waren sich aber nicht einig geworden.

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will mit seiner Offerte von ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) den bei der Online-Suche übermächtigen Rivalen Google angreifen. Yahoo hat das Angebot jedoch als zu niedrig abgelehnt. Seither wird über eine Erhöhung der Offerte durch Microsoft spekuliert.

Der Druck auf Yahoo! nimmt derweil stetig zu. Einer der größten Aktionäre, der US-Vermögensverwalter Legg Mason, hält eine Übernahme für gut möglich und zeigte wie schon andere Investoren grundsätzliche Bereitschaft zu einem Verkauf. "Es wird schwer für Yahoo, unabhängig zu bleiben", hieß es in einem Investoren-Brief von Legg Mason. Microsoft müsse aber für einen Erfolg sein Angebot nachbessern.

Zugleich schwinden Berichten zufolge die Aussichten von Yahoo auf eine ebenfalls überlegte Kooperation mit dem Suchmaschinen-Konzern Google zur Abwehr der Microsoft-Übernahme. Die wettbewerbsrechtlichen Hürden seien angesichts der Google-Dominanz wohl zu groß. Beobachter halten zudem für möglich, dass Google nur auf Zeit spielte und die Übernahme für Microsoft so langwierig wie möglich gestalten will.

Yahoo begann unterdessen Berichten zufolge gestern mit dem vor kurzem angekündigten Abbau von rund 1000 der weltweit insgesamt 14.300 Stellen. Der problembeladene Konzern stellt derzeit wegen sinkender Gewinne alle Aktivitäten auf den Prüfstand. Im Visier ist dabei besonders das Europa-Geschäft.

tno/dpa



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