Ufa/Cinemaxx Rückschlag für Flebbe

Die ehrgeizigen Fusions-Pläne Hans-Joachim Flebbes sind offenbar geplatzt: Ab September gehen die beiden Kinokonzerne Cinemaxx und Ufa wieder getrennte Wege.


Grund für die Trennung sind offenbar Streitigkeiten über den Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen beiden Häusern: Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe hatte durch diese Vereinbarung vor einem Jahr faktisch die Geschäftsführung der angeschlagenen Ufa-Gruppe übernommen; außerdem erwarb er einen Zehn-Prozent-Anteil des Wettbewerbers mit der Option auf eine komplette Übernahme.

Cinemaxx-Kino in Würzburg
DPA

Cinemaxx-Kino in Würzburg

Die Ufa-Hauptaktionäre, ein US-Versicherungskonzern und die Beteiligungsgesellschaft Apax, setzen nun auf die eigenständige Sanierung ihrer Kette und werden sich in Hamburg ansiedeln: Die Zahl der Sitzplätze wurde bereits von 90.000 auf knapp 60.000 reduziert, unrentable Multiplexe wie in Freiburg wurden geschlossen. Stattdessen werden in Städten wie Berlin, Aachen und Heidelberg neue Häuser eröffnet; insgesamt soll bis 2003 die Wende geschafft sein.

Für Flebbe bedeutet die Entscheidung der Ufa einen herben Rückschlag: Noch vor wenigen Monaten hatte Cinemaxx die Partnerschaft als "Meilenstein in der Firmengeschichte" gefeiert. Flebbes ursprüngliches Konzept, mit großen Multiplexhäusern im In- und Ausland zu reüssieren, ist damit nicht aufgegangen. Die börsennotierte Cinemaxx AG ist hoch verschuldet; noch dazu haben in den vergangenen Monaten mehrere Topleute den glücklosen Firmengründer verlassen.



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