Uhren Junghans ist zahlungsunfähig

Selbst Max Bill konnte es nicht richten: Trotz der Klassiker-Kollektion des berühmten Designers wurde der Uhrenhersteller Junghans sein verstaubtes Image nie los. Jetzt scheiterte die Konzernmutter EganaGoldpfeil - und musste die Alimente-Zahlungen einstellen.


Schramberg - Die Betriebsversammlung war alles andere als eine Routineveranstaltung. Reiner Neumeister, der Bevollmächtigte der IG Metall Freudenstadt, informierte am Montag die Belegschaft über den Insolvenzantrag, der am Freitag beim Amtsgericht Offenbach gestellt worden war. Betroffen sind rund 110 Mitarbeiter von Junghans am Sitz Schramberg im Schwarzwald.

Junghans Uhren stehen: Rund 110 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft
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Junghans Uhren stehen: Rund 110 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

Die Junghans Uhren GmbH gehört zu 100 Prozent dem Luxusgüterkonzern EganaGoldpfeil. Gründe für die Insolvenz sollen einerseits finanzielle Schwierigkeiten der Muttergesellschaft sein. Junghans selbst soll aber bereits seit Jahren in den roten Zahlen stecken. EganaGoldpfeil habe die Verluste der Tochter zuletzt nicht mehr ausgleichen können, hieß es.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Georg Bernsau aus Frankfurt am Main bestellt. Ziel wird es der IG Metall zufolge nun sein, eine zukunftsfähige Lösung für den Uhrenhersteller zu finden. Eine Möglichkeit wäre die Herauslösung aus dem Mutterkonzern und die Übernahme durch einen neuen Eigentümer. Neumeister sagte, er sehe durchaus Chancen für das Unternehmen. Die Marke habe einen guten Ruf.

Der Konsum- und Luxusgüterkonzern EganaGoldpfeil hat seinen Hauptsitz in Hongkong und die Europazentrale in Offenbach. Zu den Marken des börsennotierten Unternehmens gehört unter anderem auch der Schuhhersteller Salamander mit Sitz in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg).

mik/dpa/ddp



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