Ukraine-Krise Schweiz schränkt Bankgeschäfte mit Russen ein

Die Schweiz beschließt sanfte Sanktionen wegen der Ukraine-Krise: Die Banken des Landes dürfen mit 26 Russen und Ukrainern keine neuen Geschäfte mehr abschließen. Offizielle Sanktionen gegen Russland lehnt die Schweiz jedoch ab.

UBS-Filiale in Zürich: Schweiz setzt 26 Russen und Ukrainer auf schwarze Liste
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UBS-Filiale in Zürich: Schweiz setzt 26 Russen und Ukrainer auf schwarze Liste


Zürich - Die Schweiz weitet ihre Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise aus: Das Wirtschaftsministerium erweitert die Liste derer, mit denen Schweizer Finanzgesellschaften keine neuen Geschäftsbeziehungen eingehen dürfen, ab Dienstagabend um weitere 26 Russen und Ukrainer sowie 18 Organisationen. Eigene Strafmaßnahmen gegen Russland nach dem Vorbild der EU und der USA lehnt die Schweiz aber ab.

Damit können die von der EU wegen des Ukraine-Konflikts mit Sanktionen belegten Russen und Ukrainer nicht in die Schweiz ausweichen und dorthin Geld verschieben: Auf der erweiterten Liste der Schweiz stehen nun alle 87 Personen und 20 Organisationen, gegen die sich die Strafmaßnahmen der EU-Staaten richten.

Zu den Betroffenen zählen etwa die Chefs des russischen Inlands- sowie des Auslandsgeheimdienstes oder der ukrainische Separatistenanführer Alexander Boroday.

Schweiz reagiert nach Kritik aus Deutschland

Die Sperren der Schweiz sind allerdings begrenzt. Bestehende Geschäftsbeziehungen fallen nicht unter das Verbot. Die Finanzhäuser müssen die begünstigten Personen und den Wert der Vermögen einzig an die Behörden melden.

Die EU wirft der Regierung in Moskau vor, zu wenig zur Aufklärung des mutmaßlichen Abschusses der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine beizutragen und die prorussischen Separatisten zu unterstützen. Neben der EU haben auch die USA Sanktionen etwa gegen den russischen Finanzsektor sowie Lieferbeschränkungen für Rüstungsgüter und im Ölsektor beschlossen.

Deutsche Politiker hatten in den vergangenen Tagen wiederholt kritisiert, dass sich die Schweiz nicht vollständig den EU-Sanktionen anschließen will. Die Regierung in Bern begründete die Zurückhaltung damit, dass die Schweiz ihre Rolle als Vermittlerin bewahren wolle. Bundespräsident Didier Burkhalter ist Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die in dem Konflikt zu vermitteln versucht.

Die Schweiz dürfte aber auch bemüht sein, die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland nicht zu beschädigen. Als wichtiger Standort für Vermögensverwalter und Rohstoffhändler zieht das Land viele reiche Russen an.

sun/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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schmusel 05.08.2014
1.
Die Schweiz ist nicht Teil der EU und darf deshalb nach eigenem Ermessen Handeln - da brauchen deutsche Politik-Generäle und Hinterbänkler nicht zu kritisieren, sondern haben die souveränen Entscheidungen zu RESPEKTIEREN. Fehlt nur noch das wieder einer mit der berittenen Kavalerie droht - sollense die doch nach Moskau reiten lassen, die Schwätzer...
poseidon66 05.08.2014
2. @schmusel
Ist schon interessant, das Sie souveräne Entscheidungen zu akzeptieren einfordern. Gilt dies eigentlich nur wenn es um Russland-Freundliche Entscheidungen, oder gilt das auch für solche, die dahingehend sind, wenn sich Staaten in Richtung EU orientieren wollen? Und gilt diese Souveränität auch für eine territoriale Integrität oder dürfen bestimmte Staaten (hier Russland) sich Landesteile (hier Ukraine/Krim) einfach annektieren? Bevor Sie hier irgendwelche disqualifizierende Pamphlete reinsetzen sollten Sie sich besser in russischen Medien ausbreiten, dort wird Ihnen vielleicht geglaubt.
newsoholic 05.08.2014
3. Don't make me laugh
Zitat: Die EU wirft der Regierung in Moskau vor, zu wenig zur Aufklärung des mutmaßlichen Abschusses der malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine beizutragen." Zitat ende. Das soll ein Witz sein, oder? Die USA sind es doch die angebliche Beweise nicht rausrücken. Und der ukrainische Geheimdienst hat die Tower-Aufzeichnung beschlagnahmt. Das ist nun wirklich die schlechteste aller Begründungen für die Sanktionen.
Hinter der Fichte 05.08.2014
4. Krieg = Frieden, Unwissenheit = Stärke
Zitat von sysopDPADie Schweiz beschließt sanfte Sanktionen wegen der Ukraine-Krise: Die Banken des Landes dürfen mit 26 gegen mehrere Russen und Ukrainer keine neuen Geschäfte mehr abschließen. Offizielle Sanktionen lehnt die Schweiz jedoch ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/ukraine-krise-schweiz-schraenkt-bankgeschaefte-mit-russland-ein-a-984554.html
Tatsächlich verhält es sich gerade anders herum: + Russland hat tatsächlich brauchbares zur Aufklärung beigetragen, nämlich Satellitenbilder *ohne handgemalte, rote Pfeile* und ohne dazugehörige Märchen, dafür aber mit erkennbaren ukrainischen Jägern und diversen BUK-Stellung*en*. Der Plural zeigt an, dass es sich um West-Ukrainische Stellungen gehandelt haben muss. Frage: gegen welche Luftwaffe waren diese BUK's in Stellung gebracht? + entgegen der medialen Nebelkerzen hat offensichtlich Kiew den Zugang zur Absturzstelle tagelang blockiert (http://www.globalresearch.ca/suppressing-mh17-truth-kiev-regimes-assault-on-east-ukraine-blocks-access-to-mh17-crash-site/5394193) und bombadiert, in einem Versuch das Gelände under eigene Kontrolle zu bringen. Frage hierzu: um möglichst viele Beweise zu vernichten? - Von den USA wurden keine Satellitenbilder freigegeben, obwohl es einen US-Aufklärungs-Satelliten über der Region gibt. Auch sonst kam von den USA GAR NICHTS, ausser direkten (Kerry) und indirekten, abgefeimten (Obama) Anschuldigungen, d.h. Verleumdungen, da nicht gestützt durch Fakten. - Von Kiew werdendie Tower-Protokolle unter Verschluss gehalten - dies spricht für sich, die Jäger in unmittelbarer Nähe wurden sicher bemerkt und kommentiert. - Warum gibt es immer noch keine Information aus der Black Box über die Piloten-Konversation? Frage: Stimmt der Ton nicht mit dem vorgegebenen Text überein? Die gegenwärtigen Sanktionen haben keinerlei Basis; die Indizien zeigen alle auf Kiew (http://consortiumnews.com/2014/08/03/flight-17-shoot-down-scenario-shifts/). Wir, das Volk, werden belogen, genau wie dazumal 2002-2003 und wie in allen darauffolgenden Krisenjahren (Kosovo, Libyien, Syrien und eben Maidan). Unsere Medien sind zu Propaganda-Schleudern verkommen - investigativer Journalismus war gestern.
jipjensen 05.08.2014
5. Zurückhaltung ist nicht schlecht
Zitat von sysopDPADie Schweiz beschließt sanfte Sanktionen wegen der Ukraine-Krise: Die Banken des Landes dürfen mit 26 gegen mehrere Russen und Ukrainer keine neuen Geschäfte mehr abschließen. Offizielle Sanktionen lehnt die Schweiz jedoch ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/ukraine-krise-schweiz-schraenkt-bankgeschaefte-mit-russland-ein-a-984554.html
Deutschland könnte sich auch zurückhalten und damit die Rolle als Vermittler bewahren... Das wäre auch gut für die Arbeitsplätze, von denen ja die meisten von uns ja abhängen.
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