Umfrage Nur 13 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden

Die Deutschen gehen nur ungern zur Arbeit: Laut einer Gewerkschaftsstudie sind 30 Prozent unglücklich über ihren Job, 55 Prozent bewerten ihre Tätigkeit als mittelmäßig. Relativ zufrieden sind immerhin Bauern und Lehrer.


Berlin - Nur wenige Deutsche sind vollauf zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Rund 13 Prozent der Arbeitnehmer bewerten ihren Job als positiv, ergab der "Index Gute Arbeit" des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Rund 30 Prozent der Arbeitnehmer sehen dagegen keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten an ihrem Arbeitsplatz, bezeichneten ihr Einkommen als unzureichend und litten unter hoher Arbeitsbelastung.

Weitere 55 Prozent bewerteten ihre Arbeit als mittelmäßig. Auch sie beklagten geringe Aufstiegschancen, litten dafür aber nur teilweise unter körperlichen und seelischen Belastungen, erklärte der DGB.

Besonders unzufrieden mit ihrer Arbeit sind Zeitarbeiter und Arbeitnehmer mit einem befristeten Arbeitsplatz. Nur neun Prozent der laut DGB prekär Beschäftigten bewerteten ihre Arbeit als gut. Dagegen seien 41 Prozent unzufrieden mit ihrem Job. Die übrigen 50 Prozent bewerteten ihre Arbeit als mittelmäßig. Die Dachorganisation der deutschen Gewerkschaften zählt 53 Prozent der Deutschen zu den prekär Beschäftigten.

Große Unterschiede bei der Arbeitszufriedenheit gibt es in den verschiedenen Berufsfeldern. Auf dem Bau sind nur vier Prozent der Beschäftigten uneingeschränkt glücklich mit ihrer Tätigkeit. Bei den Kraftfahrern und weiteren Berufen in der Verkehrsbranche sind es sechs Prozent.

Am zufriedensten mit ihrem Job sind Arbeitnehmer in haus- und ernährungswirtschaftlichen Berufen wie Haushälterinnen oder Landwirte. Hier bewerteten 24 Prozent ihre Arbeit als gut. Ähnlich zufrieden seien die Lehrer, von denen 22 Prozent mit ihrer Tätigkeit glücklich sind.

Für die Untersuchung befragte der DGB insgesamt 6800 Arbeitnehmer - vom Mini-Jobber bis zum leitenden Angestellten.

wal/AFP



insgesamt 199 Beiträge
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Seite 1
P.Löbel, 11.09.2007
1.
Zitat von sysopDer "DGB-Index 'Gute Arbeit'" bringt zu Tage, dass die Hälfte aller Beschäftigten ihre Arbeit als "mittelmäßig" einstufen. Ein gutes Drittel findet seine Arbeit gar schlecht. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeitssituation? Der Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,505045,00.html
Sehr!
Ludibunda, 11.09.2007
2.
Zitat von sysopDer "DGB-Index 'Gute Arbeit'" bringt zu Tage, dass die Hälfte aller Beschäftigten ihre Arbeit als "mittelmäßig" einstufen. Ein gutes Drittel findet seine Arbeit gar schlecht. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeitssituation? Der Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,505045,00.html
Meine Arbeit mag ich. Meinen Telearbeitsplatz auch. Das Team und die Projektleitung sind auch ok. Die Entscheidungen, die das Konzernmanagement mittlerweile trifft und die mangelnde Wertschätzung, die es seinen Mitarbeitern entgegenbringt (den "Kostenfaktoren") finde ich zum K.....
M@ESW, 11.09.2007
3.
Also wenn es mir finanziel möglich wäre, dann würde ich natürlich lieber gestern als heute aufhören zu arbeiten. Ich fände schon was um meine Zeit totzuschlagen. Aber da ich leider arbeiten muss um mir die Sachen zu leisten die ich mir leisten will halte ich meine jetzige Arbeitssituation für ganz OK. Zitat Homer Simpson: *wütende Stimme* "Ich darf nicht um Geld betteln, ich darf nicht mein eigenes Geld drucken," *weinerliche Stimme* "es wird von mir verlangt für mein Geld zu arbeiten." *verzweifelte/anklagende Stimme* "In was für einer Welt leben wir?!"
T. Wagner 11.09.2007
4.
Zitat von sysopDer "DGB-Index 'Gute Arbeit'" bringt zu Tage, dass die Hälfte aller Beschäftigten ihre Arbeit als "mittelmäßig" einstufen. Ein gutes Drittel findet seine Arbeit gar schlecht. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeitssituation? Der Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,505045,00.html
Ohne den Job möchte ich - im Moment jedenfalls - nicht leben. Nicht nur wegen des Geldes. Es macht meistens ziemlich viel Freude, man kommt in Kontakt zu häufig netten Menschen und ich wüßte nicht, was ich den ganzen Tag sonst anstellen sollte. Die DGB-Fragestellung greift aber zu kurz. Ich glaube, wenn ich mich morgens um kurz nach 5 für gut 1 Stunde und länger im Berufsverkehr rumquälen müsste, wäre ich heilfroh, wenn ich Zuhause bleiben könnte. Toller Job hin oder her.
Triakel 11.09.2007
5.
Ich möchte ohne meine Arbeit nicht leben. Wir hier Diskutierenden sollten mehrheitlich sowieso in der Regel zufrieden mit unserer Arbeit sein, lässt sie uns doch immerhin Zeit, auch mal ein Posting für das Spiegel-Forum zu schreiben. Das unterscheidet uns immerhin zum Beispiel vom Malocher im Bergwerk oder vom Wanderarbeiter in Shenzen, der für seine 60-Stunden-Woche ein paar Euro bekommt. Und auch von der niedrig bezahlten Friseuse oder Altenpflegerin. Keine Frage - wir sind priviligiert und haben allen Grund, unsere Arbeit zu schätzen (vorrausgesetzt, sie ist auch sinvoll).
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