EU-Umweltstudie Deutschland informiert schlecht über Industrieschadstoffe

In Deutschland kommt man laut einer EU-Studie nur schwer an Auskünfte über Industrieemissionen. Die Bundesrepublik gehört demnach zu den Schlusslichtern in Europa.

Steinkohlekraftwerk Mehrum (Archivfoto)
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Steinkohlekraftwerk Mehrum (Archivfoto)


Deutschland und mehr als die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten informieren nicht ausreichend über heimische Industrieschadstoffe. Das geht aus einer Erhebung des Europäischen Umweltbüros hervor.

In der Studie wurde unter anderem untersucht, wie leicht genehmigungsbezogene Informationen von Industrieanlagen erhältlich sind. Wesentliche Dokumente zu Umweltbelastungen fehlten neben der Bundesrepublik unter anderem auch von Österreich, Frankreich, Griechenland, Polen und Großbritannien.

Mit einem Gesamtwert von -10 Punkten landet Deutschland bei der Auswertung in der niedrigsten Kategorie ("Nichterfüllung der Mindestanforderungen"). Nur drei EU-Staaten wurden als "exzellent" eingestuft: Irland (49), Norwegen (43) und Bulgarien (39).

In Deutschland wird über Industrieemissionen nicht bundesweit, sondern von den Ländern informiert. Das Umweltbüro untersuchte die Behörden in Hamburg, Oberbayern, Bremen und Baden-Württemberg. Es sei in Deutschland von der Region abhängig, ob Inspektionsberichte und andere relevante Dokumente veröffentlicht würden, hieß es.

Manche Bundesländer erheben sogar eine Gebühr für den Zugang der Öffentlichkeit zu Informationen. Zudem ist es der Studie zufolge unverständlich, weshalb es keine bundesweite Zuständigkeit etwa des Umweltbundesamtes gebe.

asa/dpa



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