Umweltzulage Siemens will Top-Manager in öffentliche Verkehrsmittel locken

Der Münchner Siemens-Konzern will künftig nicht nur bei der Korruptionsbekämpfung, sondern auch beim Umweltschutz eine Vorbildrolle spielen. SPIEGEL-Informationen zufolge sollen die obersten Führungskräfte Prämien erhalten - wenn sie statt des Dienstwagens die U-Bahn benutzen.


Hamburg - Die Top-Manager von Siemens sollen in Zukunft nicht mehr in PS-starken Spritfressern von Termin zu Termin fahren. Als Anreiz sollen ihre Gehälter mit einer Art Umweltzuschlag aufgebessert werden.

Siemens-Chef Löscher: Nicht ohne meine gepanzerte Limousine
REUTERS

Siemens-Chef Löscher: Nicht ohne meine gepanzerte Limousine

Vom ersten Februar an bekommen die obersten 2500 Führungskräfte des Konzerns monatlich einen Zuschlag von rund hundert Euro zum Gehalt, wenn sie Dienstwagen mit einem deutlich niedrigeren CO2-Ausstoß bestellen als ihn gängige Mittelklassemodelle aufweisen.

Wer komplett auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, erhält sogar 650 Euro pro Monat zusätzlich. Überschreitet der Dienstwagen eines Bereichs- oder Hauptabteilungsleiters dagegen den festgelegten Grenzwert von 180 Gramm CO2 pro Kilometer, wird sogar ein Malus von 200 Euro fällig.

Konzernchef Peter Löscher, der wie seine Vorstandskollegen mit einer gepanzerten Limousine reist, dürfte es allerdings schwer fallen, das Limit einzuhalten: Die Schutzfahrzeuge wiegen im Schnitt mehr als drei Tonnen – und verschlingen pro Kilometer etwa fünfmal so viel Sprit wie der Daimler-Winzling Smart.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.