Unerlaubte Absprachen EU verhängt Milliardenbußgeld gegen Fahrstuhlkartell

Die EU-Kommission hat gegen die Mitglieder eines Kartells von Fahrstuhl- und Rolltreppenherstellern wegen unerlaubter Absprachen ein Rekord-Bußgeld in Höhe von knapp einer Milliarde Euro verhängt. Das höchste Bußgeld bekam ThyssenKrupp in Höhe von 479 Millionen Euro.


Die EU-Kommission hat gegen fünf große Fahrstuhlbauer wegen Preisabsprachen Kartellstrafen in einer Rekord-Höhe von 992,3 Millionen Euro verhängt.

Rolltreppe (auf der Nürnberger Messe): Absprachen zum Erhalt der Marktanteile
DDP

Rolltreppe (auf der Nürnberger Messe): Absprachen zum Erhalt der Marktanteile

ThyssenKrupp Chart zeigen muss mit 479,7 Millionen Euro die höchste Einzelstrafe zahlen, teilte die Kommission heute mit. Das ist die höchste Strafe, die bisher jemals gegen ein einzelnes Unternehmen verhängt wurde.

Der US-Hersteller Otis von United Technologies wurde mit 225 Millionen Euro bestraft. Bußgelder wurden zudem gegen die Hersteller Kone aus Finnland (142,1 Millionen), Schindler (143,7 Millionen) aus der Schweiz und ein Mitsubishi-Unternehmen (1,8 Millionen) verhängt.

Die Unternehmen haben der EU-Kommission zufolge von 1994 bis 2004 Aufträge und Ausschreibungen in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden so aufgeteilt, dass jedes die angestammten Marktanteile hielt.

In einer Erklärung der Kommission heißt es, die Strafe für ThyssenKrupp sei um 50 Prozent erhöht worden, "weil ThyssenKrupp ein Wiederholungstäter ist". Das Unternehmen war bereits 1998 wegen Kartellabsprachen im Edelstahlsektor bestraft worden. Otis und Kone bekamen mildere Strafen, weil sie bei der Aufdeckung des Kartells mit der EU-Kommission zusammenarbeiteten.

"Es ist empörend, dass die Baukosten für Gebäude, einschließlich Krankenhäusern, von diesem Kartell in die Höhe getrieben wurden", erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Das Kartell habe dafür gesorgt, dass jeweils im Voraus bestimmte Mitglieder Aufträge bekamen - andere Kartellmitglieder hätten deshalb völlig überhöhte Angebote gemacht. Auch die EU selbst sei beispielsweise bei der Renovierung des Kommissionsgebäudes in Brüssel Opfer des Kartells geworden.

kaz/dpa/Reuters



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