Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Armutsstudie von Oxfam: Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen

Müllhalde in Maputo (Archiv): Die Armen besitzen fast nichts Zur Großansicht
AFP

Müllhalde in Maputo (Archiv): Die Armen besitzen fast nichts

Die Ungleichheit in der Welt wächst immer schneller. Laut Hilfsorganisation Oxfam wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung schon im kommenden Jahr mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent.

London - Die Tendenz ist bekannt, das Ausmaß erschreckend: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer schneller auseinander. Vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Wohlstands besitzen. "Die Kluft zwischen den Reichsten und dem Rest wird schnell tiefer", teilte die britische Organisation Oxfam am Montag mit - zwei Tage vor Eröffnung des alljährlichen Weltwirtschaftsforums in Davos.

Demnach besaß das reichste Prozent in der Welt 2009 bereits 44 Prozent des Wohlstands. Im vergangenen Jahr war der Anteil schon auf 48 Prozent gewachsen und 2016 wird das eine Prozent der Superreichen laut Oxfam mehr als 50 Prozent des weltweiten Wohlstands besitzen. In der Gruppe der Reichsten habe jeder Erwachsene ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro.

Noch drastischer wird das Bild, wenn man sich die Spitze der Reichsten ansieht: Nach Oxfams Recherche besitzen die 85 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen - das sind rund 3,5 Milliarden Menschen.

Bei ihnen hört das steile Gefälle jedoch nicht auf: Fast das gesamte Resteigentum liegt laut Oxfam derzeit in den Händen von 20 Prozent der Weltbevölkerung. Den verbliebenen Reichtum von etwa 5,5 Prozent würden sich die übrigen 80 Prozent der Menschheit teilen. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", sagte die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima.

Um eine weitere Zunahme der Ungleichheit zu stoppen, fordert Oxfam von den Staaten mehrere Maßnahmen:

  • Die Bekämpfung von Steuervermeidung und Steuerflucht
  • die Besteuerung von Kapital anstelle von Arbeit
  • die Einführung von Mindestlöhnen sowie die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen.

Die Regierungen müssten sich gegen Interessengruppen durchsetzen, "die einer faireren und gedeihlicheren Welt im Wege stehen", forderte Byanyima.

Die wachsende Ungleichheit gehört zu den Themen des Weltwirtschaftsforums, das von Mittwoch bis Samstag in der Schweiz stattfindet, Byanyima wird es in diesem Jahr als Co-Vorsitzende leiten. Sie kündigte an, den Vorsitz zu nutzen, um für ein härteres Vorgehen gegen Steuervermeidung von Großkonzernen zu werben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang haben neben 300 weiteren Staats- und Regierungschefs sowie Managern von Wirtschaftsunternehmen und Vertretern der Zivilgesellschaft ihr Kommen in den Schweizer Bergort Davos angekündigt.

nck/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 204 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Nicht ausspionierbar 19.01.2015
Und diesem 1% nehmen wir bald die hälfte ab. Alle Staatsschulden werden damit getilgt und wir fühlen uns alle etwas besserer.
2. Reich-Arm
diefetteberta 19.01.2015
Frau Merkel hat durch ihre alternativlose Eurorettungspolitik besser Bankenrettungspolitik dieses Gefälle in Europa direkt mitzuverantworten. Nachdem die deutsche Bank und Oligarchen u.a. ihre Gelder aus Griechenland abgezogen haben, ist für Merkel auf einmal auch ein Austritt Griechenlands aus dem Euro vorstellbar.
3. Traurig, aber wahrscheinlich wahr...
helmutvan 19.01.2015
Das tragische daran ist nicht einmal die Tatsache, dass das so ist, sondern, dass darüber nicht einmal in einem angemessenen Rahmen diskutiert wird, ob dieser Zustand so gewollt ist oder ob man daran vielleicht etwas ändern sollte...
4.
thecali 19.01.2015
Naja, dieses eine Prozent wird sich den Reichtum ja verdient haben! Man sagt uns doch immer das man nur hart genug arbeiten muss um Wohlhabend zu werden... *Ironie aus.
5. Den Deutschen ging es noch nie so gut wie heute !
wermoe 19.01.2015
Merkels Worte werden wie Hohn in den Ohren von 7,38 Millionen Hartz IV Empfängern klingen ...Ich fürchte, die weitere geplante Verarmung wird den "Pegiden" scharenweise Verarmte "Zuwanderer" verschaffen ...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Haftpflicht, Rente, Zahnersatz


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: