London/Berlin - Die britische Regierung mischt sich in die Debatte um die Zukunft von Opel ein - kurz vor den womöglich entscheidenden Beratungen des General-Motors-Verwaltungsrats. Die Briten fordern eine Entscheidung nach objektiven Kriterien. Diese müsse "die langfristige Lebensfähigkeit sowohl von Opel als auch von Vauxhall in Großbritannien sicherstellen", erklärte Wirtschaftsminister Peter Mandelson in der Nacht zum Freitag. Die Entscheidung "sollte nicht durch politische Erwägungen in irgendeinem Land verzerrt werden", forderte der Minister. Vauxhall mit seinen 5000 Beschäftigten im Vereinigten Königreich ist die britische Schwestermarke der früheren GM-Tochter Opel.
"Die britische Regierung hat den GM-Verwaltungsrat gebeten, die relevanten Interessen in allen europäischen Ländern vollständig zu berücksichtigen, da dies die Entscheidungen aller Mitgliedstaaten über staatliche Finanzierung und die Genehmigung staatlicher Beihilfen durch die Europäische Kommission bestimmen wird", hieß es in der Erklärung Mandelsons.
Der am Freitag erwartete Beschluss des GM-Verwaltungsrats gilt als Grundlage für eine Entscheidung der Opel-Treuhand, die den Autobauer seit der Insolvenz von General Motors verwaltet und den Verkauf letztlich absegnen muss. Dem Führungsgremium der ehemaligen Opel-Mutter liegen zwei Angebote für den Rüsselsheimer Autobauer vor: Neben dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und dessen russischem Partner Sberbank ist auch der belgische Finanzinvestor RHJ im Rennen.
Ob es zu einer Empfehlung für einen der beiden Interessenten kommt, ist noch unklar. Eine solche Empfehlung wäre die Grundlage für weitere Verhandlungen mit der Bundesregierung über eine Opel-Übernahme und den damit verbundenen Milliarden-Bürgschaften des Bundes.
Merkel: Magna hat das "bessere Konzept"
Die Entscheidung gilt als offen. Während Magna der Favorit von Politik und Opel-Belegschaft in Deutschland ist, bevorzugen Teile des GM-Managements die Offerte von RHJ. Auch die britischen Gewerkschaften hegen Sympathien für das RHJ-Angebot, das den Erhalt der beiden Vauxhall-Werke vorsehen soll. Opel-Standorte gibt es auch in Spanien, Belgien, Polen, Österreich und Russland. Europaweit beschäftigt der Autobauer rund 50.000 Menschen, etwa die Hälfte davon in Deutschland.
Bundeskanzlerin Angela Merkel trommelte ebenfalls noch einmal für den Favoriten der deutschen Regierung. Unter den Interessenten für einen Einstieg bei Opel bevorzugt Merkel weiterhin den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna. Sie sehe die Chancen für den konkurrierenden Finanzinvestor RHJ "sehr kritisch", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Magna dagegen habe Erfahrungen im Automobilbau und das "bessere Konzept". Allerdings müsse man zusammen mit Opels amerikanischem Mutterkonzern General Motors (GM) zu einer Lösung kommen.
Bund und Länder versuchen seit Wochen, die Position ihres Favoriten Magna weiter zu verbessern. Deutschland ist inzwischen bereit, den staatlich garantierten Kredit für Magna von 4,5 Milliarden Euro vorerst alleine zu stemmen - ohne Beteiligung der anderen europäischen Opel-Länder.
ffr/Reuters/AFP/dpa
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gottseidank- ich hatte schon angst,die wollen auch ein paar mrd bezahlen. mehr...
Zuviel Überkapazität, zuviel Staatsintervention. Niemand will Opel, niemand braucht Opel. Trotz Steuergelder wird Opel Pleite gehen ob die Politiker (und Bürger) und Gewerkschaften das mögen oder nicht. Die Wahl ist vorbei, es [...] mehr...
Anders ausgedrückt, sie weigern sich den Arbeitsplatzerhalt von GM und Magna in Rechnung stellen zu lassen. mehr...
... denn sowohl Großbritannien als auch Spanien haben sich jetzt gegen den deutschen Rettungsplan ausgesprochen. Der Zirkus geht jetzt erst richtig los, wenn die Bundesregierung - sprich Merkel - versucht, ihre Vorstellungen und [...] mehr...
Die Politiker sind dafür das die Manager für ihre Fehler mit eigenem Geld haften. Vielleicht sollten die jetzigen Politiker mit eigenem Geld haften wenn Opel die 4,5 Milliarden versenkt hat und anschließend Pleite ist.Manches geht [...] mehr...
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