Wirtschaft



ThemaLandwirtschaftRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
21.08.2009
 

Landwirtschaft

Ackerbauern beklagen Getreidepreis-Fiasko

Roggenernte: Getreidepreis auf historisches Tief gesunkenZur Großansicht
ddp

Roggenernte: Getreidepreis auf historisches Tief gesunken

Deutschlands Ackerbauern ziehen ernüchtert Bilanz: Mit der Menge an geerntetem Getreide sind sie zwar zufrieden - aber nicht mit dem Verkaufspreis. Der ist nach Angaben des Bauernverbands auf ein historisches Tief gefallen - die Getreideernte decke nicht mehr die Kosten.

Berlin - Die deutschen Ackerbauern haben 2009 eine gute Getreideernte eingefahren - Freude kommt bei ihnen dennoch nicht auf: Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, spricht von "großem Frust" bei den Landwirten. Schuld sei die "dramatische Talfahrt" der Erzeugerpreise. Die Bauern hätten die Getreideernte nicht kostendeckend produzieren können, sagte Sonnleitner bei der Vorstellung des Ernteberichtes am Freitag in Berlin.

Das Geschäft der Landwirte ist demnach von zwei Seiten bedroht. Die Ausgaben seien gestiegen, für Düngemittel und Energie hätten die Bauern mehr zahlen müssen. Die Einnahmen dagegen seien gesunken - der Getreidepreis sei auf ein historisches Tief gerutscht, sagte Sonnleitner. Für Brotroggen nehmen Landwirte laut Bauernverband 37 Prozent weniger ein als noch vor einem Jahr, für Brotweizen 36 Prozent weniger. Der Preis für Braugerste sank den Angaben zufolge um 45 Prozent, der Rapspreis um 44 Prozent.

"Die Einkommenssituation der Bauern ist sehr angespannt", sagte Sonnleitner, bleibt aber zuversichtlich. Für den Herbst rechnet der Verbandspräsident mit steigenden Preisen auf den Agrarmärkten, da im europäischen Ausland geringere Ernten erwartet würden. Der jetzige Preis wäre für deutsche Bauern langfristig nicht zu ertragen.

Die Erntemenge von 49,9 Millionen Tonnen Getreide liegt acht Prozent über dem langjährigen Mittel. Die Rapsernte habe überraschend einen neuen Höchststand erreicht, auch die Obsternte werde 2009 besser ausfallen als im Vorjahr. Allerdings gebe es wegen der Wetterschwankungen teils deutliche lokale Unterschiede. Vor allem in Ostdeutschland sei die Ernte sehr gut ausgefallen.

Sonnleitner forderte vom Staat mehr finanzielle Unterstützung. "Wir brauchen Entlastungen bei den Steuern", sagte er. Noch immer sei der Steuersatz für Agrardiesel in Deutschland der höchste in Europa. Zudem forderte er die nächste Bundesregierung auf, für die Landwirtschaft eine steuerfreie Risikorücklage zu schaffen. Damit könnten die Bauern "aus eigenem Antrieb und in Eigenverantwortung ihre Betriebe stärken", sagte Sonnleitner.

tko/ddp/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 589 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.11.2009 von BossIron:

Dieses Kompliment kann ich zurück geben :-) Es gibt keine Landwirtschaftlichen Giganten die den Markt diktieren! Ebenso ist es lediglich eine - zugegebener Maßen weit verbreitet - Meinung dass sich kleine Betriebe mehr [...] mehr...

26.09.2009 von J.Boehrer:

Die Düngemittelpreise sind ab April gesunken und haben erst im August das Vorjahresniveau erreicht. Zu DEM Zeitpunkt, als gedüngt werden mußte, kosteten sie das doppelte. mehr...

25.08.2009 von Der andere Genosse:

Hm, Meerkönig, sie sollten nicht so viel schwindeln sondern sich mal informieren. Die Bauern sind in der landwirtschaftlichen Alterkasse zwangsversichert. Es gibt eine eine Einheitsrente unabhängig vom gezahlten Beitrag. Wie sie [...] mehr...

25.08.2009 von Meerkönig:

Die selbstständigen Landwirte , zahlen keine Beiträge in die Rentenkasse und bekommen trotzdem eine schöne Rente, dagegen können die sich gar nicht wehren. Der Hofbesitzer bekommt immer die Spitzenrente und die Bäuerin bekommt [...] mehr...

22.08.2009 von jensadolf: Hilfe für Bauern?

Ja unbedingt! Aber nur für die kleinen und mittleren Betriebe. Solche die sich kümmern. Nicht für Giganten die den Markt dictieren. Eines ist sicher Subventionen bekommen die die es am wenigsten brauchen. Es ist wie im [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Landwirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP