Los Angeles - Der Tabakkonzern Philip Morris muss nach dem Urteil eines Geschworenengerichts in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) eine Strafe in Höhe von 13,8 Millionen Dollar zahlen. Wie die "Los Angeles Times" berichtete, soll die Tochter einer an Lungenkrebs gestorbenen Klägerin die Summe als Entschädigung erhalten. Der Rechtsstreit hatte bereits 2001 begonnen. Ob der Tabak-Gigant erneut Berufung gegen das Urteil einlegen wird, war zunächst unklar.
Die 2003 gestorbene Amerikanerin Betty Bullock hatte im Alter von 17 Jahren mit dem Rauchen begonnen. Vor acht Jahren war sie gegen Philip Morris vor Gericht gezogen. Sie warf dem weltgrößten Zigarettenhersteller in dem Prozess vor, die Gefahren des Rauchens nicht deutlich gemacht zu haben.
2002 wurde der Konzern unter anderem wegen Betrugs und Fahrlässigkeit schuldig gesprochen und zur Zahlung einer Rekordstrafe von 28 Milliarden Dollar verurteilt. Ein Richter befand dies für "exzessiv" und reduzierte die Strafe auf 28 Millionen Dollar. 2008 wurde auch dieses Urteil wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben. Der Fall ging erneut vor Gericht.
Bullock war im Frühjahr 2003 im Alter von 64 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Sie lebte bei ihrer Tochter Jodie, die den Streit als Klägerin fortsetzte. Ihr wurde nun die Millionenentschädigung zugesprochen.
In den USA laufen seit Jahren Verfahren von Rauchern und deren Angehörigen gegen Tabakkonzerne. Häufig wurden die Unternehmen zu Millionenstrafen verurteilt, in den seltensten Fällen kam es aber tatsächlich zu Zahlungen, da sie Widerspruch einlegten oder Richter höherer Instanzen die Urteile aufhoben. Die meisten dieser Streitigkeiten ziehen sich über Jahre hin.
hut/dpa
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