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09.09.2009
 

Stahlkrise

ThyssenKrupp macht vermutlich zwei Milliarden Miese

Es ist kein gutes Jahr für die Stahlindustrie: Laut einem Zeitungsbericht wird der Großkonzern ThyssenKrupp 2009 ein Milliarden-Minus verzeichnen, 11.000 Stellen wurden bereits gestrichen. Trotzdem will das Unternehmen seinen Aktionären eine Dividende ausschütten.

Berlin - Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp wird das laufende Geschäftsjahr 2008/09 vermutlich mit einem Milliarden-Minus beenden. Wie die "Welt" unter Berufung auf das Unternehmensumfeld berichtet, summiert sich der Vorsteuerverlust einschließlich Sondereffekten auf mehr als zwei Milliarden Euro. Dennoch wolle das Unternehmen eine Dividende zahlen.

Das Unternehmen erklärte, "an Spekulationen über das Gesamtjahresergebnis, insbesondere über die im Ergebnis enthaltenen Sondereffekte, werden wir uns nicht beteiligen und halten das zum jetzigen Zeitpunkt nicht für seriös".

Vorstandschef Ekkehard Schulz hatte am vergangenen Freitag die Prognose bestätigt, wonach das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis vor Steuern und vor Sondereffekten im höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich abgeschlossen werde. Finanzvorstand Alan Hippe sagte laut Unternehmen in einer Analystenkonferenz, dass die Sondereffekte bei "größer 840 Millionen Euro" liegen werden.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise strich ThyssenKrupp in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres weltweit bereits 11.000 Stellen, davon 4000 in Deutschland. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 180.000 Mitarbeiter.

Sparte für Industriedienstleistungen soll verkauft werden

Unterdessen steht der Stahlkonzern offenbar kurz vor dem Verkauf eines Teils seiner Sparte für Industriedienstleistungen. Käufer sei das Frankfurter Dienstleistungsunternehmen Wisag, sagten Insider. Das Volumen des Verkaufs wurde auf bis zu 130 Millionen Euro beziffert.

Der Deal werde wahrscheinlich noch in diesem Monat und somit vor Ende des Geschäftsjahres besiegelt, hieß es weiter. ThyssenKrupp wollte die Informationen nicht kommentieren. Bei Wisag war kurzfristig niemand erreichbar.

Mit dem Kauf erhielte die Wisag Service Holding GmbH & Co. KG ein Geschäft, das für verschiedene Bereiche der produzierenden Industrie arbeitet. Zum Angebot gehören etwa die Pflege und der Erhalt von Anlagen oder auch die Beteiligung an Fertigungsprozessen. Als Kompetenzfelder nennt Wisag Gebäudereinigung und -technik, Sicherheitsdienstleistungen und Catering. 2008 setzte Wisag mit mehr als 23.000 Mitarbeitern 727 Millionen Euro um.

wal/ddp

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