London - Die Nachricht machte bei Aktienhändlern schnell die Runde: Vor der Küste Westafrikas haben Energiekonzerne riesige Ölvorkommen entdeckt. Das hat das US-Unternehmen Anadarko Petroleum
, das gemeinsam mit den Firmen Woodside Petroleum
, Repsol
und Tullow Oil das Bohrloch Venus betreibt in der "Financial Times" (FT) bestätigt. Man erwarte, in den kommenden fünf Jahren weitere riesige Ölfelder in der Region zu entdecken. Das Bohrloch befindet sich vor der Küste Sierra Leones und ist 1100 Kilometer von Afrikas größtem Unterwasserölfeld Jubilee Field entfernt, das vor Ghana liegt.
"Die Chance, dass dort ein Feld liegt, das mindestens so groß wie das Jubilee Field ist, ist stark gestiegen", zitiert die "FT" Tullow-Chef Aidan Heavey. Das Jubilee Field wurde 2007 entdeckt und enthält bis zu zwei Milliarden Barrel Öl. Ghana könnte bald in die Riege der weltweit 50 größten Ölproduzenten aufsteigen, schreibt das Blatt.
Die Aktien der beteiligten Unternehmen schossen nach Bekanntwerden der Nachricht in die Höhe. Anadarko Petroleum
hält 40 Prozent der Anteile an dem Bohrloch Venus, Tullow zehn und Woodside Petroleum
und Repsol
jeweils 25 Prozent.
Die Ergebnisse der Bohrung ließen ein großes Ölfeld vermuten, viel wichtiger aber seien die Auswirkungen für die Gegend, die damit erschlossen wird, schreibt die "FT". Die Zeitung zitiert Anadarko Petroleum
-Chef Bob Daniels: "Die Venus-Entdeckung bestätigt die Existenz eines aktiven Petroleumsystems in dem Becken, und das wird den Wohlstand des riesigen westafrikanischen Gebiets erhöhen."
Bob MacKnight, Analyst bei der Beratungsfirma PFC Energy, sagte der "FT", die Gegend sei die einzige "wahrhaftig neue" Unterwasserölregion, die in den vergangenen zehn Jahren erschlossen wurde.
Anadarko Petroleum
und Tullow hatten sich die Erforschungsrechte zu einem günstigen Preis geschnappt, als noch nichts über die Ölvorkommnisse bekannt war. Diese haben nun erheblich an Wert gewonnen. Analysten und Führungskräfte rechnen damit, dass aufgrund der Bohrung nun weitere große Energiekonzerne in die Ausbeutung des Ölfelds einsteigen, schreibt das Blatt.
fro
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