Von Stefan Schultz
Hamburg - Das Energienetz der Zukunft ist eine der kühnsten Visionen der Menschheit. Gigantische Windparks auf dem Meer und riesige Solarfelder in der Wüste sollen künftig den Großteil unseres Stroms produzieren. Auch Verbraucher und Firmen erzeugen durch Mini-Kraftwerke im eigenen Keller oder durch Solarpanels auf dem Dach Energie. Und in den Häusern arbeiten schlaue Geräte: Waschmaschinen, Trockner oder Kühlschränke, die miteinander kommunizieren - und die immer dann waschen, trocknen oder kühlen, wenn Strom am günstigsten ist. Das Informationszeitalter erreicht eine neue Stufe: Es wird zum Elektrozeitalter.
In sechs Regionen Deutschlands steht dieses Zeitalter unmittelbar bevor: Die Zukunftstechnologie für schlaues Energiemanagement wird unter dem Label E-Energy in mehreren Städten entwickelt und getestet. Ab Oktober gehen viele der Projekte in die heiße Phase. Zigtausende Haushalte und Hunderte Unternehmen werden bis 2011 in Feldversuche eingebunden. Erforscht werden dabei etwa Häuser, die den eigenen Stromhaushalt weitgehend automatisch managen, und Energiebörsen, an denen Verbraucher selbstproduzierten Ökostrom möglichst gewinnbringend verkaufen.
Für die Entwicklung der Technologie und die Tests haben Wirtschafts- und Umweltministerium gemeinsam mit IT-Konzernen wie Siemens
, SAP
oder IBM
und Stromriesen wie EnBW
, RWE
oder Vattenfall
rund 140 Millionen Euro mobilisiert. 60 Millionen stellt der Staat zur Verfügung; den Rest bringen die großen Industriepartner zusammen mit Stadtwerken und kleineren, innovativen Technologiepartnern auf. Nach den Worten von Ludwig Karg, der mit einer Gruppe von Wissenschaftlern und Kommunikationsexperten die Feldversuche in den Modellregionen erforscht, soll E-Energy zur Initialzündung der deutschen Energierevolution werden. "Wir eröffnen für deutsche Unternehmen den Zugang zu neuen Milliardenmärkten", kündigt er an.
Konzerne formen neue Superbranche
Tatsächlich kann das Projekt E-Energy vieles beschleunigen. Es kann helfen, die Bevölkerung über neue Technologie aufzuklären. Die Energierevolution indes ist bereits im vollen Gange. In den vergangenen Monaten sind zahlreiche spektakuläre Zukunftsprojekte gestartet:
Die Umwälzungen, die diese Projekte in Gang setzen, sind gewaltig: Strom- und IT-Märkte bewegen sich aufeinander zu, die Autoindustrie wird mittelfristig folgen. Eine neue Superbranche mit erweiterten Konkurrenzverhältnissen und potentiellen Partnerschaften entsteht. Der schwächelnden Autoindustrie bieten sich neue Geschäftsfelder, Strom- und IT-Konzernen sowie innovativen Start-ups eröffnen sich gewaltige Wachstumsmöglichkeiten.
"Das größte Infrastukturprojekt aller Zeiten"
Auch die Verbraucher profitieren von der Energiewende - und mit ihnen die Umwelt: Schätzungen der Regierung zufolge könnten durch ein effizienteres Management der Stromversorgung jährlich zehn Terawatt-Stunden Energie eingespart werden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 2,5 Millionen Haushalten. Márta Nagy-Rothengass, Referatsleiterin für Informationstechnologie bei der Europäischen Kommission, nennt die Modernisierung des Energienetzes eine "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten.
Branchenexperten drängen darauf, dass Deutschland eine internationale Spitzenreiterrolle in diesem Zukunftsmarkt einnimmt, dass die Technologien, die aktuell getestet werden, zum Exportschlager werden. Und E-Energy-Experte Karg, der das Projekt gerade auf der Messe GridWeek in Washington vorgestellt hat, berichtet, dass die Amerikaner bei der Modernisierung der Stromnetze intensiv mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten wollen.
Riesige Wachstumspotentiale in China und Amerika
Doch die Konkurrenz ist groß: Die Internationale Energieagentur rechnet bis 2030 weltweit mit Investitionen von mehreren Billionen Dollar in Energieerzeugung, Verbrauchsmanagement und die Modernisierung der Stromnetze. "Die Energiewende ist das größte Infrastrukturprojekt des nächsten Jahrzehnts", sagt Christian Feißt, Leiter Geschäftsentwicklung SmartGrid bei Cisco.
In Ländern wie China gibt es nicht nur den größten Bedarf für ein intelligentes Stromnetz; die Volksrepublik arbeitet auch selbst intensiv an den technischen Bausteinen dafür. Auch die Amerikaner steigen im großen Stil in die Zukunftstechnologie ein. Von den 39 Milliarden Dollar, die Präsident Barack Obama in seinem Konjunkturpaket zur Förderung grüner Technologien bereitstellt, sollen mehr als vier Milliarden in den Strommarkt fließen. Hunderte von Förderanträgen sind eingereicht worden. Dutzende US-Start-ups produzieren Hard- und Software, mit der Endverbraucher ihren Energiebedarf in Echtzeit überwachen oder den Verbrauch automatisch regulieren können.
Lesen Sie auf SPIEGEL ONLINE, wie sich Deutschland für das Energiezeitalter rüstet, welche Zukunftsmärkte dabei entstehen - und wie sich die Machverhältnisse zwischen Verbrauchern und Energieerzeugern verändern.
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wenn Sie mir eine einzige Unternehmung nennen können, die der Staat effektiv, sinnvoll und ohne Verluste zu machen geführt hätte. Dabei dürfen Sie bis 6000 vor Christi zurückgehen. Nein! Keine, absolut keine Unternehmung [...] mehr...
Hobby blödsinnige Ideen Jahrelang als das einzig Wahre darzustellen? Und jeden der Fehler/Probleme in seiner Idee als Blödmann darzustellen (Roller verwendet hierfür gerne das Wort Dumbatz) Die Idee ist realisierbar (genau [...] mehr...
Ich finde das Hobby von Roller nicht so schlimm. Es ist doch kein Beinbruch, wenn technische Ideen nicht sofort realisierbar sind. Eine Anregung zum Nachdenken ist es allemal, sonst würde sich das Thema nicht so lange in den Foren [...] mehr...
Ich auch, ist jeden Tag, wenn ich meinen Laptop aufmache, das erste wonach ich suche. Ich überlege schon die Suche nach seinen Beiträgen zu meiner Startseite zu machen. Ausserdem ist es ja auch nicht ganz sinnlos seinen Kram [...] mehr...
Ärgert mir den Roller nicht. Ich lese die Beiträge über das Roller-Rohr wirklich gerne. mehr...
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