New York - Seit Monaten wird heftig über Managergehälter diskutiert, jetzt präsentiert Microsoft
einen eigenen Lösungsvorschlag: Der weltgrößte Software-Konzern will Gehälter und Boni für Führungskräfte künftig seinen Aktionären zur Abstimmung vorlegen, teilte der US-Konzern der Börsenaufsicht Ende der Woche mit. Das Votum soll demnach zwar unverbindlich sein. Die Konzernführung sagte aber zu, bei einem deutlichen Anteil von Nein-Stimmen den Argumenten der Aktionäre nachzugehen.
Die erste solche Abstimmung sei bei der kommenden Hauptversammlung am 19. November geplant, hieß es weiter. Das Unternehmen habe mit Aktionärsvertretern zusammengearbeitet, die entsprechende Vorschläge eingereicht hätten. Danach sollen die Aktionäre in einem dreijährigen Rhythmus befragt werden. Ziel sei es, das Vertrauen der Anleger in den Konzern zu stärken.
US-Kongress plant schärfere Kontrolle der Vergütungen
Konzern-Chef Steve Ballmer hat Unternehmensangaben zufolge im Geschäftsjahr 2009 bis Ende Juni rund 665.000 Dollar erhalten - und damit 25.000 Dollar mehr als im Vorjahr. Seine Sonderzahlung wurde noch nicht beziffert, im vergangenen Jahr belief sie sich auf 700.000 Dollar.
Nach der scharfen öffentlichen Kritik an hohen Managergehältern berät der US-Kongress derzeit über Vorschriften zur Beteiligung von Aktionären an den Entscheidungen. Im Zentrum des Konflikts stehen allerdings Boni und Gehälter für Bankmanager, die für den Ausbruch der Finanzkrise mitverantwortlich gemacht werden. Die Europäische Union will beim G-20-Gipfel in der kommenden Woche darauf drängen, Managerboni international stärker mit dem langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu verknüpfen.
yes/Reuters/dpa-AFX
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