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22.09.2009
 

Konjunktur

Deutschland erleidet Export-Einbruch im ersten Halbjahr

Kräne am Hamburger Hafen: Waren im Wert von 391,2 Milliarden Euro ausgeführtZur Großansicht
dpa

Kräne am Hamburger Hafen: Waren im Wert von 391,2 Milliarden Euro ausgeführt

Es ist eine desaströse Bilanz für den Handel. Die deutschen Exporte sind im ersten Halbjahr um 23,5 Prozent zurückgegangen. Vor allem nach Russland, aber auch in EU-Länder lieferten die Unternehmen weniger Waren. Dennoch mehren sich die Anzeichen für einen langsamen Aufschwung.

Wiesbaden - Die Weltwirtschaft könnte sich schneller als erwartet erholen - schon signalisieren zahllose Indikatoren einen baldigen Aufschwung. Wie drastisch die Konjunktur aber abgestürzt ist, zeigt ein Rückblick ins erste Halbjahr: Um 23,5 Prozent sind die deutschen Exporte von Januar bis Juni eingebrochen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Insgesamt seien Waren im Wert von 391,2 Milliarden Euro ausgeführt worden.

Die Versendungen in EU-Mitgliedsländer verringerten sich nominal um 24,3 Prozent auf 249,8 Milliarden Euro und gingen damit stärker zurück als die deutschen Gesamtausfuhren. Die Ausfuhrbilanz der Bundesrepublik fiel durchweg mies aus:

  • In die Euro-Zone, zu der seit Anfang 2009 auch die Slowakei gehört, wurden Waren im Wert von insgesamt 172,4 Milliarden Euro geliefert. Das entspricht einem Minus von 22,7 Prozent.
  • In die nicht zur Euro-Zone zählenden EU-Länder exportierte Deutschland Waren für 77,4 Milliarden Euro (minus 27,7 Prozent).
  • Im ersten Halbjahr 2009 sind vor allem die Ausfuhren nach Irland (minus 41,3 Prozent), Spanien (minus 38,2 Prozent), Ungarn (minus 37,4 Prozent) und in das Vereinigte Königreich (minus 27,8 Prozent) überdurchschnittlich stark eingebrochen.
  • Die deutschen Exporte in Länder außerhalb der EU fielen um 21,9 Prozent auf 141,5 Milliarden Euro und reduzierten sich damit etwas geringer als die Gesamtausfuhren.
  • Sehr stark zurück gingen Lieferungen nach Russland (minus 38,9% auf 9,6 Milliarden Euro) und in die Türkei (minus 35,7% auf 5,3 Milliarden Euro). Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten verringerten sich um 26,5 Prozent auf 27,0 Milliarden Euro, die nach Japan um 23 Prozent auf fünf Milliarden Euro.
  • Verhältnismäßig moderate Exporteinbrüche verzeichnete der Handel mit der Schweiz (minus 12,6 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro), mit Indien (minus 13,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro) und mit China (minus 3,6 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro).

Auch die deutschen Importe gingen gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 stark zurück - um 18,2 Prozent auf 333,5 Milliarden Euro. Preisbereinigt ging die Einfuhr um 13,2 Prozent zurück. Die Eingänge aus der Europäischen Union fielen um 19,4 Prozent auf 195,3 Milliarden Euro, während aus den Ländern außerhalb der EU Waren im Wert von insgesamt 138,2 Milliarden Euro bezogen wurden (minus 16,3 Prozent).

Aufwärtstrend beim Export

Trotz dieser negativen Zahlenstafette gibt es Hoffnung, dass die Krise bald vorbei ist - auch im Handel: So verkauften deutsche Unternehmen im Juli bereits wieder deutlich mehr Güter ins Ausland als erwartet. Die Ausfuhren stiegen verglichen mit dem Vormonat bereinigt um saisonale Schwankungen um 2,3 Prozent. Im Jahresvergleich gingen sie allerdings um 18,7 Prozent zurück. Bereits im Juni hatte es laut Statistischem Bundesamt bei den Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt ein deutliches Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gegeben.

Deutschland droht nach Einschätzung der Welthandelsorganisation WTO in diesem Jahr seinen Titel als Exportweltmeister an China zu verlieren. Die Bundesrepublik hält den Titel seit dem Jahr 2003. Der Exportverband BGA erwartet für dieses Jahr einen Rückgang der Ausfuhren um etwa 18 Prozent - das wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 sagt der Verband ein Plus von zehn Prozent voraus.

ssu/AP/Reuters

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insgesamt 1028 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
03.09.2009 von EU-Austretter:

Sie haben natürlich Recht, das hätte ich auch erwähnen sollen: Es ist deswegen nicht haarspalterisch, *weil mit dem gesetzlichen Status auch verbunden ist, wer das Geld erschafft, die Banken oder der Staat*. (Es sei denn, [...] mehr...

03.09.2009 von lateral:

Tja, "Aufschwung" auf Pump zum Zwecke des politischen Machterhalts: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/der-geliehene-aufschwung-ist-da;2452316 Die Realität sieht anders aus: [...] mehr...

03.09.2009 von jinky:

Sie gehen neoliberaler Logik auf den Leim, wenn Sie einen Widerspruch zwischen Freiheit und Sicherheit konstruieren. Im Gegenteil entstehen Freiheiten erst durch Sicherheitsnetze. mehr...

03.09.2009 von andrejdelany: ;)

Nicht dass ich ein Fan der Nachtschwester wäre lieber EU-Austreter, aber ist das nicht ein wenig haarspalterisch ? Kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber allgemeines Tauschmittel - also de facto Zahlungsmittel statt de jure aber [...] mehr...

02.09.2009 von rabenkrähe:

...... Die Lebensversicherer hatten ja 2003 ihre ganz große Krise, die der Staat heimlich still und leise mit etlichen Milliarden zustopfte. Und auch im letzten kam es zu einigen bedenklichen Nachrichten. Gleichwohl haben [...] mehr...

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