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25.09.2009
 

Pleite-Bank

Kläger fordern fast eine Milliarde von HRE

Ex-HRE-Chef Funke: Schon 2007 von den Missständen gewusst?Zur Großansicht
DPA

Ex-HRE-Chef Funke: Schon 2007 von den Missständen gewusst?

Die Hypo Real Estate wird für die Regierung zu einem immer größeren Risiko: Anleger fordern inzwischen fast eine Milliarde Euro Schadensersatz von der verstaatlichten Bank. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll Ex-HRE-Chef Funke die Aktionäre schon seit 2007 systematisch getäuscht haben.

München - Ein Jahr nach der dramatischen Rettung der Hypo Real Estate (HRE) Chart zeigen durch die Bundesregierung droht der Bank ein neues Desaster: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" fordern Aktionäre jetzt in der Summe eine Milliarde Euro Schadenersatz. Begründung: Sie fühlen sich getäuscht. Denn es gebe neue, schwere Vorwürfe gegen den alten Vorstand um den früheren Bank-Chef Georg Funke.

Die HRE weist die Vorwürfe zurück. Die Gesellschaft habe sich stets korrekt verhalten und gehe deshalb davon aus, dass die Klagen ohne Erfolg blieben, sagte ein Sprecher dem Bericht zufolge. Funkes Anwälte wollten sich nicht zu den neuen Vorwürfen äußern.

Die HRE hatte bis zum Januar vergangenen Jahres wiederholt beteuert, von der US-Finanzkrise nicht betroffen zu sein. Erst am 15. Januar 2008 räumte der damalige Konzern-Chef Funke Abschreibungen ein und schockte damit Anleger und Börse.

Am 29. September 2008 hatten der Bund und mehrere Banken die HRE schließlich mit Bürgschaften in Höhe von 35 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Inzwischen belaufen sich die staatlichen Garantien auf fast 100 Milliarden Euro. Außerdem muss der Bund mindestens zehn Milliarden Euro in die Bank einzahlen, um ihr Überleben zu sichern. Jetzt kommen neue Risiken hinzu.

Ursprünglich 200 Millionen Euro gefordert

Der Kläger mit den größten Forderungen, der Jurist Christian Wefers aus Nordrhein-Westfalen, werde seine bereits bei Gericht anhängige Klage in der kommenden Woche deutlich ausweiten, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Dadurch belaufe sich der Schaden, den er für zahlreiche Kapitalanlagefonds geltend mache, nunmehr auf fast eine Milliarde Euro, sagte Wefers. Bei den klagenden Fondsgesellschaften gehe es um Hunderttausende, wenn nicht sogar mehrere Millionen Privatanleger.

Wefers hatte bisher der Zeitung zufolge 200 Millionen Euro Schadenersatz gefordert. Bei einer Verhandlung Anfang August hatte das Landgericht München einen für die HRE günstigen Vergleich angeregt. Wefers sagte der Zeitung, er habe aber inzwischen zahlreiche, zusätzliche Informationen und Beweise. So habe die HRE im vergangenen Jahr verschwiegen, dass die deutsche Bankenaufsicht bei einer Sonderprüfung auf gravierende Mängel bei der HRE gestoßen sei. Diese Information wäre für die Anleger wichtig gewesen. Die Klage werde, um eine Verjährung zu vermeiden, bis zum kommenden Dienstag beim Landgericht eingereicht.

Wefers wird bei Gericht vom Tübinger Anwalt Andreas Tilp vertreten. Tilp strebt einen Musterprozess an, in dem alle anhängigen Verfahren zusammengefasst werden. Beim Münchner Landgericht stapeln sich inzwischen Klagen aus ganz Deutschland gegen die HRE. Allein die Münchner Kanzlei Rotter vertritt 62 Anleger, die Geld zurückverlangen.

yes/dpa-AFX

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