Hamburg/London - Chinas Wirtschaft wächst rapide, entsprechend wächst der Energiehunger des Landes - jetzt plant die Volksrepublik einen Rohstoffdeal, der alle ihre bisherigen Manöver in den Schatten stellen würde. Laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") will der staatliche chinesische Ölkonzern China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) in Nigeria große Anteile an einigen der reichsten Ölvorkommen der Welt kaufen.
Der finanzielle Umfang des Geschäfts werde auf 30 bis 50 Milliarden Dollar geschätzt. Die Chinesen wollen sich laut "FT" sechs Milliarden Barrel des nigerianischen Öls sichern, insgesamt handle es sich um 23 Ölfelder.
Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf Schreiben aus dem Büro des nigerianischen Staatspräsidenten, Umaru Yar'Adua an einen Repräsentanten von CNOOC. Ein Sprecher des Präsidenten bestätigte, es gebe Verhandlungen - allerdings nicht nur mit CNOOC, sondern auch mit anderen Energiekonzernen. Eine finale Entscheidung über den Zuschlag gebe es aber noch nicht.
Dennoch ist der CNOOC-Vorstoß ein Frontalangriff gegen westliche Ölkonzerne wie Total, Shell, Chevron oder ExxonMobil. Bislang kontrollieren sie die nigerianischen Ölfelder, auf die die Chinesen nun Anspruch erheben. 16 der 23 Lizenzen müssen jedoch bald erneuert werden - erhält China den Zuschlag, würden sie in der Region erheblich an Einfluss verlieren.
Groß angelegtes strategisches Manöver
Für China ist der Wettbewerb um die nigerianischen Ölfelder dagegen Teil eines groß angelegten strategischen Manövers. Die Volksrepublik versucht seit längerem, sich Energiequellen rund um den Globus zu sichern. Bislang versuchte China vor allem, sich neue Ressourcen zu erschließen - in Nigeria erhebt der Staat nun Anspruch auf Regionen, in denen teils bereits jetzt, teils in Kürze Öl gefördert wird.
Die Verhandlungen fallen zeitlich mit einem Streit zwischen der nigerianischen Regierung und anderen Ölkonzernen über die Modernisierung des Energiesektors zusammen. Investitionslücken und Unruhen auf den nigerianischen Ölfeldern haben die Produktion deutlich verringert. Ein Sprecher des Ölkonzerns Shell sagte, die Ölfelder, auf die CNOOC Anspruch erhebe, gehörten größtenteils einem von der Regierung installierten Joint Venture, das von Shell verwaltet werde. CNOOC, Total, Chevron und Nigerias staatlicher Ölkonzern wollten die Vorgänge nicht kommentieren.
Die Ölpreise haben sich im asiatischen Handel kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im November kostete 66,86 US-Dollar. Das sind zwei Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November kletterte um 3 Cent auf 65,57 Dollar.
ssu/dpa-AFX/Reuters
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da trifft jemand des pudels kern.... mehr...
Genau auf diese Standards fahren u n s e r e westliche Kapitalisten und Vordenker ab. Man könnte ja auch zuhause produzieren, planen und verwalten, aber da wäre ja die Rendite um ein p a a r Prozente kleiner... Wie schlau [...] mehr...
China wird zur Gefahr, denn nach westlichen Werten läuft hier eine ganz große Wettbewerbsverzerrung. 1.) Kinderarbeit ist hier verboten. 2.) Zeitarbeit in den Fabriken. 3.) Arbeitsschutz ist die Geißel des Westens. Gegen [...] mehr...
Eine Realitaet an die man sich gewoehnen wird. Chance - Gefahr fuer westlich Staaten? Westlich Staaten werden sich wohl daran gewoehnen muessen nicht mehr die erste Geige zu spielen, mit Konzernen hat das wenig zu tun, die sind [...] mehr...
Abwarten, die Chinesen denken nicht im Sinne von Quartalsbilanzen und es gibt nicht die Privatprofiteure á la Exxon usw. Wenn die sich jetzt in Afrika engagieren, dann werden sie die Länder - im Gegensatz zum kolonialen Westen - [...] mehr...
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