Frankfurt am Main - Die Abwrackprämie beflügelt auch noch einen Monat nach ihrem Auslaufen den deutschen Automarkt. Im September stieg die Zahl der Neuzulassungen im Inland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals um 21 Prozent auf 316.000, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Auch gegenüber dem Vormonat August verzeichnete die Industrie ein deutliches Plus von 15 Prozent.
Der Grund für das September-Plus ist vor allem die Abwrackprämie. Viele Käufer hatten mit Blick auf den staatlichen Förderbeitrag von 2500 Euro bereits in den Vormonaten ein Auto bestellt und sich die Prämie reserviert, ihr Auto aber noch nicht erhalten und angemeldet. Diese Käufe tauchen jetzt erst nach und nach in der Neuzulassungsstatistik auf. Der Markt stehe wegen dieses Folgeeffekts nicht schlecht da, sagte ein Sprecher des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller.
Eine Verlängerung der Abwrackprämie lehnt die Bundesregierung zwar ab. Aber Nachrücker haben gute Chancen, die staatliche Abwrackprämie doch noch zu erhalten. Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) vom Freitag wird ein Großteil der 15.000 Antragsteller auf der Warteliste die Prämie nachträglich bekommen. Auf der Nachrückliste sind derzeit noch 2000 Plätze frei. Doch die ersten Händler klagen bereits über wegbrechende Verkäufe.
Preiskampf im Frühjahr erwartet
Freie Autohändler bekommen das Ende der Abwrackprämie schon zu spüren. Im September sei der Verkauf von Neuwagen im Vergleich zu August um rund die Hälfte eingebrochen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands freier Kfz-Händler, Ansgar Klein, der "Bild". "Wir haben ein absolutes Nachfrageloch bei kleinen und preiswerten Autos."
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer wies die Zahlen jedoch zurück. "Freie Kfz-Händler sind eine unbedeutende Händlergruppe, die für deutlich weniger als fünf Prozent der verkauften Neuwagen stehen." Insbesondere der aktuelle Rückgang der Rabatte im deutschen Automarkt zeige, dass das Minus bei den Auftragseingängen weniger dramatisch sei als von den freien Händlern wahrgenommen. "Allerdings rechnen wir in den kommenden Monaten mit einem deutlichen Rückgang der Auftragseingänge, der insbesondere im Frühjahr eine neue Rabattschlacht im deutschen Automarkt auslösen wird", sagte Dudenhöffer.
Laut Branchenverband VDA wurden in Deutschland seit Jahresbeginn knapp drei Millionen neue Pkw zugelassen - 26 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Im September hätten die deutschen Hersteller ein kleineres Auftragsminus verbucht als befürchtet. Aus dem Ausland gingen etwas mehr Bestellungen ein. Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) erwartet, dass im Gesamtjahr in Deutschland bis zu 3,7 Millionen Neuwagen registriert werden. 2008 waren es rund 3,1 Millionen. Für 2010 rechnen Experten mit einem Rückgang um bis zu eine Million, weil staatliche Anreize fehlen, und einer neuen Rabattschlacht.
Nach Angaben des VDA verbuchten die deutschen Hersteller im September einen Rückgang der Ordereingänge um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Minus sei deutlich niedriger als erwartet. Seit Jahresbeginn seien immer noch Auftragszuwächse von 22 Prozent zu verzeichnen. Zuversicht für ein hohes Zulassungsniveau bis zum Jahresende gebe auch der Auftragsbestand von 471.200 Einheiten - ein Plus von 31 Prozent gegenüber September 2008.
US-Automarkt schrumpft
Wegen der weltwirtschaftlichen Flaute und dem Auslaufen vergleichbarer Prämien in anderen Ländern ging der deutsche Export im September um elf Prozent zurück. In den USA befindet sich der Pkw-Markt im ersten Monat nach Ablauf der Abwrackprämie wieder auf Talfahrt und könnte laut Schätzungen im Gesamtjahr unter die psychologisch wichtige Marke von zehn Millionen sinken.
Insgesamt schrumpfte der US-Markt um 22,7 Prozent auf 745.997 neu zugelassene Fahrzeuge. Die erst kürzlich der Insolvenz entronnenen US-Konzerne General Motors
und Chrysler verbuchten Verkaufsrückgänge von 47 beziehungsweise 44 Prozent. Die deutschen Hersteller haben in den USA erneut deutlich besser abgeschnitten als ihre Wettbewerber, sie verloren laut VDA nur drei Prozent.
Porsche schaffte ein kleines Plus von vier Prozent. Der Münchner Autobauer BMW
konnte den Absatz fast stabil halten (minus 0,5 Prozent). Höher war das Minus bei der VW-Tochter Audi
mit neun Prozent. Federn lassen musste vor allem Daimler
mit seiner Pkw-Tochter Mercedes-Benz, die 13 Prozent Minus verzeichnet.
Stabilisierung auf Auslandsmärkten
Mit Blick auf die globalen Märkte, von denen sich die deutsche Industrie in den kommenden Monaten kräftige Impulse erhofft, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann: "Es ist noch zu früh, um ein Ende der Krise auszurufen, aber es zeichnet sich eine spürbare Stabilisierung auf den Auslandsmärkten ab. Die deutschen Hersteller partizipieren aufgrund ihrer globalen Präsenz sehr früh daran."
Die Produktion in den deutschen Werken gab im September um fünf Prozent nach, seit Jahresbeginn ging die Fertigung um 18 Prozent zurück. Wissmann rechnet nun aber mit einer Trendwende: "Die Stabilisierung auf den Auslandsmärkten und der noch immer sehr hohe Auftragsbestand sollten für das vierte Quartal zu einer besseren Entwicklung der Fertigungszahlen in den deutschen Werken beitragen."
ore/dpa/Reuters
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Nennt man osoleszens und ist ganz eindeutig in vielen Produkten bewußt einkalkuliert. Bei Druckern und den Patronen kann das jeder einfach selbst erkennen, auch wenn die Hersteller mitlerweile dazu übergegangen sind mehr Geld [...] mehr...
Absturz WEGEN Abwrackprämie. Wäre das nicht die richtige Titulierung der Misere. mehr...
In Europa würde der dann so viel kosten, dass der "Deutsche Michel" vorneweg und einige Andere hinterher die Subventionen für den US-Markterfolg zu bezahlen hätten! Darüberhinaus müsste der Billigpassat mit Autos wie [...] mehr...
Na, aber das war doch klar! Ein Großteil der Bürger hat sichnun mit sogenannten Neuwagen eingedeckt und dann geht das Geschäft natürlich zurück. Überdies, die Gier der Deutschen ist dumm und grenzenlos. In anderen europäischen [...] mehr...
nach meiner Erfahrung werden die Händis extra so produziert, daß sie nach einiger Zeit den Geist aufgeben und man ein neues braucht. *Die Wirtschaft will solche Leute wie uns nicht. *Ich hatte seit 1999 ein formschönes C37 (so [...] mehr...
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