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14.10.2009
 

Bonusboom

Wall-Street-Banker erwarten Rekord-Geldregen

Wall Street: Die Finanzkrise ist vergessen, es geht wieder hoch hinausZur Großansicht
AFP

Wall Street: Die Finanzkrise ist vergessen, es geht wieder hoch hinaus

Finanzkrise - war da was? Zumindest nicht für die New Yorker Banker. Nach Berechnungen des "Wall Street Journals" können sie in diesem Jahr mit Rekordgehältern rechnen. Allein die größten 23 Geldhäuser werden voraussichtlich rund 95 Milliarden Euro an ihre Angestellten zahlen.

New York - Der Streit um Bonuszahlungen an Bankmanager lässt die Verursacher der Finanzkrise kalt: Die Angestellten an der New Yorker Wall Street können in diesem Jahr mit Rekordeinnahmen rechnen. Wie das "Wall Street Journal" auf Grundlage eigener Berechnungen berichtete, könnten die Gesamtbezüge in den 23 größten US-Finanzinstituten in diesem Jahr 140 Milliarden Dollar (95 Milliarden Euro) übersteigen.

Das wären zehn Milliarden Dollar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007 und über 20 Milliarden Dollar mehr als noch 2008 - dem Jahr, als die Immobilienkrise den Bankensektor fast einstürzen ließ. Dem Bericht zufolge nehmen die Angestellten der Top-Banken in diesem Jahr im Schnitt 143.400 Dollar mit nach Hause, fast 2000 Dollar mehr als 2007.

Was die Banken ihren Angestellten bezahlen
Bank Erlöse (in Mrd. Dollar) Vergütung gesamt (in Mrd. Dollar) Vergütung pro Mitarbeiter (in Dollar)
Bank of America 124,2 30,0 106.040
J.P. Morgan Chase 103,0 29,5 133.971
Citigroup 94,1 22,1 71.204
Goldman Sachs 44,6 21,8 743.112
Morgan Stanley 23,3 16,4 263.595
BlackRock 4,3 1,6 318.205
Charles Schwab 4,3 1,6 128.920
Franklin Resources 4,2 1,0 128.647
CME Group 2,6 0,4 156.324
Ameritrade 2,4 0,5 110.443
Schätzungen des "Wall Street Journals" für 2009
Im Frühjahr hatten millionenschwere Bonuszahlungen an Manager des Versicherungskonzerns AIG, den die US-Regierung mit Steuergeldern vor dem Kollaps bewahren musste, in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Auf dem internationalen Parkett versuchen die einflussreichsten Industrie- und Schwellenländer (G20) noch immer, die Bonuszahlungen für Finanzmanager auf eine einheitliche Grundlage zu stellen.

Das "Wall Street Journal" berichtete außerdem, dass neun ehemalige Manager der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers von ihrem ehemaligem Arbeitgeber mehr als 100 Millionen Dollar (68 Millionen Euro) einfordern. Diese stünden ihnen nach ihren Verträgen zu, berichtete die Zeitung. Die Beiträge zur Altersvorsorge und Aktienoptionen seien ihnen bereits bis zu fünf Jahre vor dem Kollaps der Bank im vergangenen September zugesagt worden.

Forderungen geltend gemacht haben der Zeitung zufolge unter anderem die ehemaligen Co-Chefs der Bank für Europa und den Nahen Osten, Riccardo Banchetti und Christian Meissner. Sie fordern demnach über 26 beziehungsweise 17 Millionen Dollar von der Pleitebank.

böl/AFP

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