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15.10.2009
 

Tarifkonflikt

Gebäudereiniger wollen unbefristet streiken

Warnstreik der Gebäudereiniger: Der OZur Großansicht
dpa

Warnstreik der Gebäudereiniger: Der O

Auf den ersten Blick ist es ein eindrucksvolles Signal: Fast 97 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Gebäudereiniger haben für einen unbefristeten Streik gestimmt. Ob diesem Votum die Arbeitgeber beeindruckt, ist allerdings fraglich. Denn der Organisationsgrad in der Branche ist gering.

Frankfurt am Main - Im Tarifstreit bei den Gebäudereinigern droht ein unbefristeter Arbeitskampf. Die Gewerkschaftsmitglieder unter den insgesamt 860.000 Beschäftigten stimmten zu 96,7 Prozent für den ersten bundesweiten Streik in der Geschichte der Branche. Betroffen sein könnten laut Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) neben Büros auch Schulen, Krankenhäuser und Flughäfen.

Für Freitag haben die Arbeitnehmervertreter bereits zu Protesten in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Gewerkschaftssprecher der Bezirke Westfalen und Rheinland kündigten an, dass zu geplanten Aktionen in Dortmund und Köln insgesamt mehr als 1000 Teilnehmer erwartet würden. Mit größeren Beeinträchtigungen durch ausgefallene Reinigungsdienste sei in dieser Woche jedoch noch nicht zu rechnen, hieß es.

Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel forderte den Arbeitgeberverband auf, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Die IG BAU hatte die Verhandlungen im August nach der sechsten Runde für gescheitert erklärt. Die Gewerkschaft verlangt 8,7 Prozent mehr Geld, das letzte Angebot der Arbeitgeber bezifferte sie auf 1,8 Prozent im Westen und 2,1 Prozent im Osten.

Der Geschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks, Johannes Bungart, warf der IG Bau vor, mit ihrer Forderung die Realität auf dem Markt der Gebäudereinigung bewusst zu verdrängen. Mit den jetzt angekündigten Streiks gefährde die IG Bau die Lohnsicherheit derjenigen, die sie angeblich sichern wolle. Jeder Tag, den die IG Bau nicht am Verhandlungstag verbringe, sei für die Beschäftigten ein verlorener Tag, sagte Bungart.

Fraglich ist ohnehin, ob die IG Bau ausreichend Druck auf die Arbeitgeber ausüben kann. Experten gehen davon aus, dass nur eine Minderheit von rund zehn Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert ist.

mip/dpa

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