Berlin/Essen - Die Vorbereitungen für die Selbstauflösung laufen beim Versandhaus Quelle auf Hochtouren. "Wir haben in den Lagern fast 18 Millionen Artikel auf 25.000 Paletten. Das ist ein Ausverkauf, wie ihn bisher noch niemand bewältigt hat", sagte Thomas Schulz, Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, der Zeitung "Die Welt". Görg hatte eine solche Rabattaktion nach dem Scheitern der Verkaufsverhandlungen angekündigt, um die Lager innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen leerzuräumen.
Hoffnung gibt es zudem, dass sich weitere Teile des Quelle-Imperiums zu Geld machen lassen. Die Zahl der Kaufangebote für die Spezialversender, den Verkaufsender HSE24 und die Auslandstöchter sind laut dem Zeitungsbericht in den vergangenen Tagen sprunghaft gestiegen. Vor einigen Wochen hatte die Zahl der Anfragen noch bei 32 gelegen. Jetzt seien es "deutlich mehr", wurde Schulz zitiert.
200 bis 300 Millionen Euro aus Verkäufen
Der "Welt" zufolge halten Experten die Verkaufschancen für gut. Allein der Verkauf der Spezialversender wie Hess Natur, Baby Walz oder Madeleine könnte rund 200 bis 300 Millionen Euro einbringen, hieß es.
Davon allerdings werden laut "Welt" die bis zu 75.000 Gläubiger des Mutterkonzerns Arcandor wenig haben. Denn die Spezialversender seien, ebenso wie die Rechte an der Quelle-Eigenmarke Privileg, an den KarstadtQuelle Mitarbeitertrust verpfändet. Dieser Pensionsfonds soll die Altersversorgung für frühere Arcandor-Mitarbeiter sicherstellen. Er würde laut "Welt" den Verkaufserlös für die Spezialisten und Privileg kassieren. Dem Mitarbeitertrust gehört auch die Valovis-Bank mit ihrer Tochter KarstadtQuelle Bank.
Wenn die Beschäftigten einen entsprechenden Sanierungsbeitrag leisteten, könnten möglicherweise mehr Häuser gesichert werden, so Schulz. Die Rede sei dabei von Einschnitten beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld - nicht von Kürzungen der monatlichen Gehälter. Berichte über bis zu 20 Prozent Gehaltsverzicht seien falsch. In den 126 Häusern arbeiten knapp 28.000 Menschen.
"Milliardenumsätze sind zu nichts geworden"
Allerdings wird trotz dieser eher positiven Nachrichten die Kritik an Insolvenzverwalter Görg lauter. Im Hinblick auf die misslungene Quelle-Rettung sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber: "Hier gibt es etwas zu klären." Der Insolvenzverwalter hätte zuerst mit der Staatsregierung über Fortführungskonzepte verhandeln sollen, bevor er an die Öffentlichkeit gegangen sei.
"Er hätte auch intensiver mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten müssen", sagte Huber. Der frühere Wirtschaftsminister und CSU-Chef gab dem Quelle-Management die Schuld an dem Debakel. Die Firma habe den Sprung ins Internet-Zeitalter verpasst. Manche Internet-Händler seien aus dem Nichts zu Milliardenumsätzen gekommen. "Bei Quelle sind Milliardenumsätze zu nichts geworden."
Während die Suche nach den Schuldigen also in vollem Gange ist, will sich Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die durch die Arcandor-Insolvenz große Teile ihres Vermögens eingebüßt hat, nach Angaben ihres Mannes vorerst nicht zum Aus des Traditions-Versandhauses äußern. "Meine Frau gibt derzeit keinen Kommentar ab. Wir fürchten, dass alles missverstanden würde. Dabei hat meine Frau doch alles getan, was sie tun konnte", zitierte die "Bild"-Zeitung Schickedanz' Ehemann Leo Herl. Es hänge vom Gesundheitszustand seiner Frau ab, wann sie sich äußern werde.
Der Zeitung zufolge ist die 66-jährige Tochter des Quelle-Firmengründers Gustav Schickedanz gesundheitlich und psychisch angeschlagen und macht sich Vorwürfe wegen des Niedergangs des Unternehmens. Nach dem Insolvenzantrag von Arcandor Anfang Juni soll sie einen Schwächeanfall erlitten haben.
böl/ddp/Dow Jones Newswires/AP/dpa
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Mitarbeiter an allen Orten könnten Sie jetzt nicht am PC und Internet schreiben mehr...
Ihrer Meinung nach ist das Management nur dazu da, viel Geld einzustreichen und jede Verantwortung, für Fehlentscheidungen, von sich zu weißen. Ebenso kann man die Meinung vertreten, das nicht die Quelle 82 Jahre lang Menschen [...] mehr...
erst mal dei ganze Gecshichte von Grundig lesen, bevor man einen Kommentar dazu abgibt, solange zB ein SIEMENS Mann an der Sptzie stand gabs zB wenig oder keine Probleme, dass man ausgerechnet einen RA an dei Spitze des Konzerns [...] mehr...
Einspruch, Max Grundig hatte leider keine eigenen Kinder, jedenfalls nicht zur aktuellen Übergabe des Konzerns, deshalb auch der Verkauf ausgerechnet an den größten Konkurrenten in Europa, der ja dann ganze Arbeit geleistet und [...] mehr...
..... Nicht nur von den Kindern, sondern zunächst von einem globalisierten System, das einzig dazu dient, den Faktor Arbeit so bedeutungslos wie nur irgend möglich zu machen. Bleibt nur abzuwarten, wie die Gesellschaft [...] mehr...
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