Seattle - Amazons Überschuss kletterte in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 68 Prozent auf 199 Millionen Dollar (umgerechnet 133 Millionen Euro). Ein Grund: Der Kindle, ein Lesegerät für elektronische Bücher, war zuletzt der bestverkaufte Artikel des US-Konzerns.
Der Gesamtumsatz stieg um 28 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. An der Wall Street waren 5,03 Milliarden Dollar prognostiziert worden.
Der Überschuss pro Aktie betrug 45 Cent. Analysten hatten mit 33 Cent je Anteilsschein gerechnet. Die Amazon-Papiere
, die in diesem Jahr bereits um 82 Prozent zulegen konnten, gingen im nachbörslichen Handel um acht Prozent nach oben. Die Erwartungen am Markt waren ohnehin hoch gewesen.
Amazon hat seinen E-Book-Reader Kindle gerade erst auch in Deutschland und rund 100 anderen Ländern außerhalb der USA auf den Markt gebracht. Nun senkt der Konzern den Preis für die internationale Version bereits von 279 Dollar auf das US-Niveau von 259 Dollar. Allerdings fallen weitere Kosten unter anderem für den Versand an.
Deutschland zählt für Amazon zu den wichtigsten Märkten
Amazon-Chef Jeff Bezos zeigte sich vom Erfolg des Kindle begeistert: "Wir stehen voll unter Strom", sagte er. Bezos will den Kindle bei digitalen Büchern zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte machen wie es Apples iPhone bei Handys ist. Auch über Microsofts
eben gestartetes neues Betriebssystem Windows 7 können die auf dem Kindle gespeicherten Bücher und Zeitungen nun genutzt werden.
Der Markt für E-Book-Reader ist aber umkämpft. Rivalen sind etwa der Sony-Konzern und bald das Berliner Unternehmen txtr GmbH, das ab Dezember ein eigenes Lesegerät auf den Markt bringt. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat Amazon bisher fast ausschließlich englischsprachige Inhalte für seinen Kindle im Angebot.
Knapp die Hälfte seiner gesamten Einnahmen erzielte Amazon zuletzt außerhalb des US-Heimatmarkts. Bereinigt um Währungseffekte wächst das Geschäft weltweit deutlich schneller als in den Vereinigten Staaten. Deutschland zählt dabei zu den wichtigsten Ländern.
Für das wichtige vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 8,125 und 9,125 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn werde zwischen 300 und 425 Millionen Dollar liegen.
wit/Reuters/dpa
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