Wirtschaft


ThemaWirtschaft in den USARSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
29.10.2009
 

Erholung

US-Wirtschaft wächst erstmals seit einem Jahr

Passanten am Times Square: Gute Nachrichten aus USAZur Großansicht
REUTERS

Passanten am Times Square: Gute Nachrichten aus USA

Die Vereinigten Staaten haben es aus der Rezession geschafft: Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal - hochgerechnet auf das Jahr - um 3,5 Prozent, der stärkste Anstieg seit zwei Jahren. Vor allem die Erholung des privaten Konsums hat dazu beigetragen.

Washington - Nach einem Jahr in der Rezession ist die US-Wirtschaft erstmals wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt der größten Wirtschaftsnation der Welt legte auf Jahresbasis umgerechnet im dritten Quartal um 3,5 Prozent zu, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington unter Berufung auf eine erste Schätzung mitteilte. Zuvor war die US-Wirtschaft vier Quartale in Folge geschrumpft.

Das Wirtschaftswachstum, das über den im Vorfeld geäußerten Erwartungen der Analysten lag, wurde vor allem durch ein Anziehen des privaten Konsums unterstützt. Es war zudem das größte Wachstum in einem Dreimonatszeitraum seit dem dritten Quartal 2007. Damals hatte mit dem Absturz der US-Immobilienpreise die Finanzkrise begonnen, die sich in der Folge zur größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg auswuchs.

Die US-Regierung hatte mit verschiedenen Programmen, darunter einer Abwrackprämie, die Konjunktur angekurbelt. Auch der Häusermarkt kam dank Steuererleichterungen wieder in Schwung. Die Ausgaben der US-Bürger für Immobilienprojekte stiegen im Jahresvergleich um 23,4 Prozent.

"Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ist ein erfreuliches Zeigen dafür, dass die US-Wirtschaft sich in die richtige Richtung entwickelt", sagte Chef-Wirtschaftsberaterin des US-Präsidenten, Christina Romer. Dieser wichtige Meilenstein sei aber nur ein weiterer Zwischenschritt. "Wir werden noch einen weiten Weg vor uns haben, bis die Wirtschaft sich vollkommen erholt hat", sagte Romer. Damit die Arbeitslosigkeit nennenswert zurückgehe, werde ein anhaltendes, robustes Wachstum gebraucht.

Die Landesbank Hessen-Thüringen geht von einem weiteren Wachstum der US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen aus. "Weiterhin liegen die Frühindikatoren im expansiven Bereich, und fiskalische Impulse sowie ein Lageraufbau dürften das Wachstum tragen", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Kommentar der Helaba. Der BIP-Zuwachs werde in den kommenden Quartalen wohl unter dem Wert des dritten Quartals bleiben.

Auch die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ist leicht gesunken. Im Berichtszeitraum seien die Anträge von 531.000 in der Vorwoche auf jetzt 530.000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Das ist etwas weniger als erwartet: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten mit 521.000 Erstanträgen gerechnet.

Angesichts der guten Konjunkturmeldungen dürften die US-Börsen am Donnerstag einen Teil ihrer Mitte der Woche erlittenen Verluste wieder wettmachen. Händler verwiesen als Antrieb vor allem auf überraschend gute Konjunkturdaten. Die Aussicht auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft hat Anleger auch bei Rohstoffen zugreifen lassen. Analysten zufolge steigen die Aussichten auf eine stärkere Nachfrage nach Öl und Industriemetallen.

ore/AFP/dpa/dpa-AFX/AP/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 131 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.11.2009 von lupenrein:

Alle Medien sprechen derzeit vom 'Wettskandal' im Fussball. Oh Gott, wie schrecklich diese Wettmafia. Von der Finanzmafia spricht kein Mensch. Zocken Täuschen ,Betrügen, Veruntreuen mit dem Geld der Anleger ist also quasi [...] mehr...

25.11.2009 von Charles Atane: Schön für die Bonzen

Wie viele Lichtjahre die Politiker, gut bezahlt von den Lobbyisten, vom Bürger entfernt sind, sieht man am Beispiel der Banken. Erleichtert ein Bürger mit Strumpf über dem Kopf eine Bank um 5.000 Euro, wird er für Jahre [...] mehr...

25.11.2009 von Harald E:

Von wegen ;-) 2009 verbläst Fräuleinchen in ihrem Kanzleramt 2,3 Mrd Steuergelder. 500 Mio. mehr als 2008. Wir haben's ja. mehr...

25.11.2009 von Stefanie Bach:

Richtig ist, dass bislang galt: Krise rauscht an der Mehrzahl der Konsumenten vorbei (http://www.plantor.de/2009/krise-rauscht-an-der-mehrzahl-der-konsumenten-vorbei/) Das wird sich ändern, denn die Arbeitslosigkeit wird [...] mehr...

25.11.2009 von Charles Atane: Kann man den Aufschwung herbeireden, wenn die breite Basis fehlt?

Was wundert's? Prognosen, die auf irgendwelchen Wohlfühlklimaindizes erstellt werden... Wie wohl ich mich fühle, wollte keiner wissen - und das dürften viele Arbeitnehmer denken. Wenn ich nur an die Miete denke, unlängst wieder [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Wirtschaft in den USA

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Krisen-Quiz

DPA
Was sind CDOs? Wer bezahlt Rating-Agenturen? Und wodurch wurde die Finanzkrise überhaupt ausgelöst? Testen Sie auf SPIEGEL ONLINE Ihre Krisenkenntnisse!

Krisen-ABC

Von Asset Backed Securities bis Zertifikate - alle Fremdwörter der Finanzkrise einfach erklärt:

Alle Begriffe zur Finanzkrise...





TOP



TOP