Washington - Die Boni-Gier von Bankern und Finanzjongleuren bringt die Menschen weltweit in Rage. An der Wall Street allerdings scheint der Furor kaum jemanden zu kümmern: Der Versicherungsriese AIG etwa musste mit Steuermilliarden vor der Pleite gerettet werden - dennoch hat er einer Gruppe von Top-Managern millionenschwere Boni gezahlt.
Jetzt wird bekannt: Viele Finanzmanager streichen nicht nur weiter galaktische Boni ein - laut einer umfassenden Branchenumfrage der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg rechnen viele sogar damit, dass ihre Prämien im Vergleich zum Vorjahr steigen.
Das schlimmste Finanzbeben seit der Großen Depression in den dreißiger Jahren ist noch nicht verdaut - doch fast 60 Prozent der 1452 befragten Aktienhändler, Analysten und Fondsmanager rechnen nach eigenen Angaben damit, dass ihre Boni in diesem Jahr entweder gleich hoch bleiben oder sogar steigen. Zehn Prozent der Befragten erwarten gar, 2009 den besten Prämien-Schnitt aller Zeiten zu machen. Nur 25 Prozent prognostizieren, dass ihre Zusatzzahlungen schrumpfen werden.
"Die großen Banken machen ein Vermögen", sagt Daniel Alpert, Geschäftsführer der New Yorker Investmentbank Westwood Capital LLC. Die Branche mache wieder Geld, wenn auch nur mit Hilfe der vielen Milliarden, die die US-Regierung bereitgestellt hat, um die Finanzmärkte vor dem Kollaps zu bewahren.
Finanzgiganten wettern gegen Boni-Begrenzungen
So dankbar die Finanzgiganten der Regierung dafür sein könnten - gegen Obamas Pläne, die Boni von Unternehmens-Managern zu kürzen, laufen sie dennoch Sturm. 51 Prozent der Befragten gaben an, strengere Regeln für Prämien würden "nützliche Innovationen" im Finanzsektor "ersticken". Nur 38 Prozent der Befragten sagten, Boni-Begrenzungen könnten riskanten Zockereien einen Dämpfer verpassen.
Die US-Regierung will die Gehalts- und Bonuszahlungen an Spitzenmanager von Krisenunternehmen deutlich begrenzen. Demnach müssen die 175 bestbezahlten Manager der sieben Unternehmen, welche die höchsten Staatshilfen in Anspruch genommen haben, mit Einbußen von 50 Prozent rechnen.
Betroffen seien neben den Top-Managern von AIG auch die Chefs von Bank of America
, Citigroup
, General Motors
, GMAC, Chrysler und Chrysler Financial. Deren Gehälter sollen nach Regierungsangaben durchschnittlich um 90 Prozent sinken. Allein AIG erhielt im vergangenen Jahr mehr als 170 Milliarden Dollar vom Staat, um einen Kollaps abzuwenden.
ssu
Auf anderen Social Networks posten:
Anders ausgedrückt: Die seit fast 40 Jahren fallende Lohnquote muss wieder steigen, d.h. der Anteil am BIP, den die Kapitalseite bekommt, wieder fallen. Aber bis wir das hinbekommen, wird der Merapi wohl noch ein paar mal [...] mehr...
Jetzt stelle man sich vor nicht Bankster bekommen die Boni, sondern H4er, was waer das fuer ein Geschrei, aber der Wirtschaft taet das gut - mehr Nachfrage, die Bankster lassen das da wo die ohnehin sitzen, auf der Bank, auf das [...] mehr...
Wie lautet noch einmal das Unwort des Jahres 1994? Ach ja - peanuts! mehr...
Sie müssen eine Wiedergeburt vom Heiligen Franziskus sein ! Oder bringe ich da etwas durcheinander? Sehen Sie `s mir nach, ich bin Agnostiker ! ;-) mehr...
Na, Na..... kro, wenn Sie hier durch die Seiten fegen, wie es Platzhirschen eigen ist, dann unterbinden Sie den Austausch von Wissen und Erfahrungen und verhindern den Gewinn von Erkenntnis-werten. Bedenken Sie bitte [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Bonuszahlungen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH