Wirtschaft



ThemaIranRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
31.10.2009
 

Gasversorgung

Iran verhandelt über Beteiligung an Nabucco-Pipeline

Pipeline-Arbeiter (in der Türkei): Europa sucht nach Wegen, um unabhängiger von russischem Gas zu werdenZur Großansicht
AP

Pipeline-Arbeiter (in der Türkei): Europa sucht nach Wegen, um unabhängiger von russischem Gas zu werden

Die Nabucco-Pipeline soll die EU mit Gas aus Asien versorgen und die europäischen Staaten unabhängiger von Russland machen - jetzt drängt Iran auf eine Beteiligung an dem milliardenschweren Projekt. Einem Bericht zufolge verhandelt der Golfstaat mit mehreren europäischen Firmen.

Teheran - Die iranische Regierung verhandelt einem Agenturbericht zufolge über eine Beteiligung an dem milliardenschweren Gaspipeline-Projekt Nabucco. Es gebe inoffizielle Gespräche mit einigen europäischen Unternehmen, sagte ein hochrangiger Manager des staatlichen Gasexport-Konzerns laut einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr vom Samstag. Mit welchen Unternehmen gesprochen werde, sagte der iranische Manager nicht.

An dem knapp acht Milliarden Euro teuren und von der EU unterstützten Projekt sind unter anderem der österreichische Erdöl- und Gaskonzern OMV, die deutsche RWE und die türkische Botas beteiligt. Die Türkei hatte unlängst für eine Beteiligung Irans plädiert. "Ohne Iran wird die Nabucco-Pipeline auf keinen Fall ihren Betrieb aufnehmen", fügte der iranische Manager dem Agenturbericht zufolge hinzu.

Iran verfügt nach Russland über die zweitgrößten Gasreserven der Welt. Für den Export fehlt dem Land aber nicht zuletzt wegen langjähriger US-Sanktionen die nötige Technologie. Gespräche über eine Beteiligung Irans an Nabucco dürften der Regierung in Washington Sorgen bereiten, weil sie sich wegen des Atomstreits gegen Energievereinbarungen mit der Islamischen Republik sperrt.

RWE: "Nabucco nicht auf Iran angewiesen"

Über Nabucco sollen von Ende 2014 an jährlich bis zu 30 Millionen Kubikmeter Gas aus dem kaspischen Raum nach Europa fließen und den Kontinent so unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen. Im vergangenen Winter war es im Zuge des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine zu Versorgungsengpässen in Europa gekommen

Altbundeskanzler Gerhard Schröder, mittlerweile Vorsitzender des Aktionärsausschusses der europäisch-russischen Nord Stream AG, hatte im September vor einer Abhängigkeit durch Iran gewarnt. Es gebe bislang ausreichend Gas für die geplanten Leitungen Nord Stream und South Stream, nicht aber für Nabucco, sagte Schröder. Alle drei Vorhaben hätten ihre Berechtigung, weil Europa immer mehr Gas benötige. Allerdings müsse die EU ihre politischen Differenzen mit Iran überwinden, um eine Vereinbarung über Gaslieferungen vom Kaspischen Meer zu treffen.

Das Konsortium-Mitglied RWE hatte den Befürchtungen widersprochen. Nabucco sei nicht auf iranisches Gas angewiesen, hieß es. Die geplante Pipeline speise sich grundsätzlich aus mehreren Quellen. Klare Lieferabsichten gebe es aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Nordirak. Allein mit diesen Mengen könne Nabucco mehr als ausreichend gefüllt werden.

amz/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 104 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
31.10.2009 von sasma:

wie kommen die kollegen in europa dazu überhaupt mit dem iran darüber zu sprechen, ob das mullah-regime an nabucco beteiligt wird. es wäre doch eine interessante aufgabe für den vorsitzenden der möllemann-partei endlich die [...] mehr...

05.10.2009 von maikalex: Was passiert bei Zahlungsunfähigkeit?

Selbstverständlich halten sich alle Einspeise-, Abnehmer- und Transitländer der Nabucco an die geschlossenen Verträge, wenn alle solvent sind, wenn alles gut läuft. Das setzt auch voraus, dass die Transitländer vollumfänglich wie [...] mehr...

05.10.2009 von shine31: Re: wieviel davon soll dann .... noch in Österreichankommen

Alle Länder ausser der Türkei sind schon mal in der EU. Also werden diese Länder ja schonmal sehr zuverlässig sein oder es gibt einen auf den Deckel aus Brüssel. Und die Türkei ist bisher auch nicht durch Unzuverlässigkeit [...] mehr...

05.10.2009 von shine31: Re: Russland ist als Energielieferant sehr zuverlässig

Das mag zum Teil stimmen. Zum Teil hängt das aber auch an politischen Forderungen Russlands! Wenn diese nicht erfüllt werden, dann gibt es plötzlich irgendwelche angeblichen Vertragsbrüche der Gegenseite und Russland sieht sich [...] mehr...

05.10.2009 von MarkH:

volle Zustimmung. Der Globalisierungswahnsinn ist tatsächlich ein Werk von Rot/Grün nie wieder ... nein Danke mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Iran

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung


Republik Iran

Land

REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

Politik

Leute

Wirtschaft

Menschenrechte






TOP



TOP