Hamburg - Im Überlebenskampf des insolventen Autoherstellers Karmann wollen einem Zeitungsbericht zufolge nun leitende Mitarbeiter selbst Teile des Traditionsunternehmens retten. Für den Bereich Technische Entwicklung in Osnabrück prüfen Führungskräfte nach Informationen der "Financial Times Deutschland" die Möglichkeit eines sogenannten Management-Buyouts. "Es laufen bereits Gespräche mit Banken zur Finanzierung des Deals", zitiert das Blatt aus Unternehmenskreisen. Die Eigentümerfamilien Karmann, Battenfeld und Boll würden damit einen bedeutenden Teil der Firma in die Hände der Führungskräfte übergeben.
Die Karmann-Spitze positioniert sich dem Bericht zufolge mit ihrem Vorstoß allerdings in Konkurrenz zu Volkswagen
. Der Autobauer hatte ebenfalls Interesse an Bereichen des Osnabrücker Unternehmens bekundet und ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das beträgt dem Blatt zufolge gut 30 Millionen Euro. Vor allem der Werkzeugbau und die technische Kompetenz der 600 Ingenieure seien für den Autobauer interessant. Die Übernahme durch VW sei bislang an den Forderungen der Eigentümerfamilien des Osnabrücker Traditionsunternehmens gescheitert, die etwa 65 Millionen Euro wollten, schrieb die Zeitung weiter.
Unterdessen arbeitet Volkswagen nach einem Bericht der "Automobilwoche" mit Hochdruck an Plänen für den Einstieg bei Karmann. VW-Chef Martin Winterkorn lasse die Vergabe von Aufträgen für ein neues Golf Cabriolet und den künftigen Roadster BlueSport an Karmann prüfen, sagte ein VW-Manager der Branchen- und Wirtschaftszeitung. Den Bau kompletter Modelle bei dem Auftragsfertiger schloss der Insider jedoch aus, da Karmann zu teuer produziere. Der VW-Aufsichtsrat soll sich bald mit der Übernahme von Karmann für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag befassen. Ein Sprecher von Volkswagen wollte den Bericht am Samstag nicht kommentieren.
VW-intern werde der Einstieg bei Karmann nicht als Notwendigkeit, sondern als Unterstützung gegenüber dem langjährigen Partner gesehen. VW brauche Karmann nicht, sagte der Volkswagen-Manager. Zudem sähen Branchenkreise eine VW-Beteiligung an Karmann als Gefälligkeit für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU). Er sitzt im VW-Aufsichtsrat, hat in Osnabrück seinen Wahlkreis und war Volkswagen behilflich, die Übernahme durch Porsche zu verhindern.
Das ums Überleben kämpfende Unternehmen verhandelt seit Wochen mit Auftraggebern über die Bezahlung offener Rechnungen, um die endgültige Schließung zum 1. November zu vermeiden. In dieser Woche hatte eine Zahlung dem Unternehmen nach Angaben eines Sprechers des Insolvenzverwalters ein wenig Luft verschafft.
ore/ddp/dpa-AFX
Auf anderen Social Networks posten:
Alle Medien sprechen derzeit vom 'Wettskandal' im Fussball. Oh Gott, wie schrecklich diese Wettmafia. Von der Finanzmafia spricht kein Mensch. Zocken Täuschen ,Betrügen, Veruntreuen mit dem Geld der Anleger ist also quasi [...] mehr...
Wie viele Lichtjahre die Politiker, gut bezahlt von den Lobbyisten, vom Bürger entfernt sind, sieht man am Beispiel der Banken. Erleichtert ein Bürger mit Strumpf über dem Kopf eine Bank um 5.000 Euro, wird er für Jahre [...] mehr...
Von wegen ;-) 2009 verbläst Fräuleinchen in ihrem Kanzleramt 2,3 Mrd Steuergelder. 500 Mio. mehr als 2008. Wir haben's ja. mehr...
Richtig ist, dass bislang galt: Krise rauscht an der Mehrzahl der Konsumenten vorbei (http://www.plantor.de/2009/krise-rauscht-an-der-mehrzahl-der-konsumenten-vorbei/) Das wird sich ändern, denn die Arbeitslosigkeit wird [...] mehr...
Was wundert's? Prognosen, die auf irgendwelchen Wohlfühlklimaindizes erstellt werden... Wie wohl ich mich fühle, wollte keiner wissen - und das dürften viele Arbeitnehmer denken. Wenn ich nur an die Miete denke, unlängst wieder [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Karmann | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH