Von Benjamin Bidder, Moskau
Der geplatzte Opel-Magna-Deal hat deutsche Politiker überrascht und erzürnt - Russlands Politiker dagegen nicht. Lange schon hat man in Moskau befürchtet, dass die Amerikaner das deutsch-russische Vorzeigeprojekt kurz vor dem Abschluss noch scheitern lassen. Entsprechend gemäßigt fallen die offiziellen Reaktionen nun aus.
Mit "Erstaunen" registriere man die Entscheidung von GM, die deutsche Tochter Opel nun doch nicht zu verkaufen, sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Wladimir Putin. Vizepremier Alexander Schukow fügte hinzu, man habe ohnehin genug mit der Rettung der heimischen Autoindustrie zu tun. Das sei wichtiger als der Fall Opel.
Dabei waren die Erwartungen an den Deal groß - gerade wegen dessen Bedeutung für Russlands Autobauer. Der Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und die Moskauer Sberbank sollten der maroden Branche helfen. Russland sollte durch das Geschäft Zugriff auf hochmoderne Technologien bekommen: Nur dann ergebe der Deal überhaupt Sinn, sagte Sberbank-Chef German Gref.
Dieses Vorhaben ist nun gescheitert. Und russische Experten sind überzeugt, dass es GM explizit darum ging, den geplanten Hightech-Transfer nach Russland zu blockieren.
Russland gilt westlichen Herstellern als verheißungsvoller Absatzmarkt - trotz der derzeitigen Krise, denn jeder zweite Wagen im Land ist älter als zehn Jahre. Magna peilte sogar 700.000 verkaufte Autos in Russland in den kommenden Jahren an. Das allerdings war eine völlig unrealistische Erwartung, findet Scharowatow. "Das waren Phantasiezahlen, die jeglicher Grundlage entbehrten." Für den Experten spricht das gegen Magnas Konzept. Es sei nicht ausgereift gewesen. So sieht das auch Pjotr Menschich, Chefredakteur der russischen Automobilzeitschrift "Am Steuer". Magna wäre zum einen in seinem Stammgeschäft als Zulieferer anderer Autobauer unter Druck geraten, weil das Unternehmen zum Konkurrenten für sie geworden wäre. Zum anderen wäre der Neuling in einen hart umkämpften Fahrzeugmarkt gestartet. Letztlich sei das Scheitern des Deals besser - und der GM-Rückzieher für die russische Seite eben auch keine Überraschung mehr gewesen.
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Auch der jetzige Präsident Dmitrij Medwedew hat sich der Modernisierung der Wirtschaft verschrieben. Er will neben Öl und Gas vermehrt auf Hightech setzen. Der Magna-Deal wäre da gelegen gekommen. Nun ist die Geschichte der deutsch-russischen Kooperationen um einen Rückschlag reicher.
Nicht nur die Russen bedauern das. "Das Projekt wäre grundsätzlich geeignet gewesen, der Partnerschaft zwischen Deutschland und Russland im Bereich der Automobil- und Zulieferindustrie einen Schub zu geben", sagte Klaus Mangold, der Vorsitzende des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft. Der Deal hätte helfen können, einen Schlüsselbereich der russischen Ökonomie zu modernisieren.
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Den belgischen Medien zufolge waren es an die 30.000 Demonstranten, die heute in Brüssel für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Strasse gingen. Da sieht das Bild schon ein wenig anders aus... mehr...
So ticken halt Amerikaner. Alles toll, alles super, aber keine Entscheidungen. GM ist das Beispiel für Größenwahn. Jetzt will GM noch Mrd-Zuschüsse für Opel. Wie wird wohl der Überflussminister der FDP wohl darauf antworten. [...] mehr...
Zitat von Rainer Daeschler Genau das passiert im Prinzip, nur eben auf GMs Kosten, statt die des Steuerzahlers. Ich sprach ja auch nicht von der üblichen Grundversorgung von Automobilunternehmen in Deutschland durch die [...] mehr...
Ach so, und ich hab gedacht die Abwrackpraemie, Harz4 und Kurzarbeit das bezahlt der der Steuerzahler. Aber wenn ja nun GM die Ueberkapazitaeten bezahlt, dann koennen wir ja weitermachen wie bisher. mehr...
verursacht durch den Spinner Lopez vom Opus dei,dessen Mitarbeiter die Uhr am rechten Arm tragen MUSSTEN, hat Opel noch nicht zurückgefunden zur Anerkennung als solide Qualitätsmarke.Das ist auch berechtigt nach meinen [...] mehr...
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