Frankfurt am Main - GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster erwartet massive Einschnitte bei Opel, nachdem der US-Autokonzern die Rüsselsheimer Tochter überraschend selbst sanieren will. Der "Bild"-Zeitung sagte der Manager: "Wir hatten einen guten Sanierungsplan ausgehandelt, der auf dem Tisch lag und fertig war. Jetzt besteht die Gefahr, dass die vernünftige Verteilung der Lasten wieder aufgeschnürt wird und alles von vorne beginnt. Sicher ist: Es wird auch bei dieser Lösung massive Einschnitte geben."
In einer Telefonkonferenz mit Journalisten hatte GM-Vize John Smith am Mittwochabend erste Eckdaten zu den Sanierungsplänen beschrieben. Danach stehen 10.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Der Plan von GM unterscheide sich in dieser Hinsicht nicht wesentlich von den Magna-Plänen, sagte Smith. Er kündigte die Vorlage eines Sanierungsplans für Opel zum Ende des ersten Quartals 2010 an. Für das Werk in Bochum gebe es interessante Optionen, das Werk in Antwerpen werde wohl geschlossen.
Er hoffe, dass die Gewerkschaften und die Regierungen mit Opel-Standorten den Plan akzeptieren könnten, fügte Smith hinzu. Die Gespräche mit Betriebsräten und Regierungen sollen in Kürze beginnen. GM werde außerdem die in Anspruch genommenen 900 Millionen Euro vom Brückenkredit an die deutsche Bundesregierung zurückzahlen.
Auch Forster hat der GM-Entschluss überrascht: "Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet", sagte der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende dem Blatt. "Wir müssen schnellstens mit der Konzernmutter Verhandlungen aufnehmen und alle offenen Fragen klären." Das werde sicherlich einige Zeit dauern.
Zu seiner persönlichen Zukunft bei Opel habe sich Forster sehr zurückhaltend geäußert: "Da muss ich jetzt erst einmal in Ruhe ein paar Nächte drüber schlafen. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich die Magna-Lösung für gut gehalten haben. Ich werde in Ruhe nachdenken."
Für den österreichisch-kanadischen Autozulieferer hatte die Absage durch GM indes auch eine positive Wirkung. Die Aktien
des Unternehmens legten am Mittwoch nach der Absage des Opel-Verkaufs kräftig zu. An der Börse Toronto gewann ihr Wert im Handelsverlauf um 7,4 Prozent auf 3,17 kanadische Dollar.
Das Scheitern des Geschäfts könnte sich für Magna positiv auswirken, sagte ein Großaktionär des Autozulieferers, der namentlich nicht genannt werden wollte. In der Vergangenheit habe es wegen des geplanten Kaufs des Rüsselsheimer Autobauers eine negative Stimmung unter den Investoren gegeben. Die Absage könnte die Stimmung nun wieder etwas aufhellen. Ein Investor sagte, der Markt habe Angst gehabt, dass Magna bei einer Übernahme Geld verloren hätte. Das kanadische Unternehmen könne sich nun wieder darauf konzentrieren, seinen Marktanteil im Autozuliefererbereich auszubauen.
General Motors hatte am Dienstagabend nach monatelangen Verhandlungen völlig überraschend den Verkauf von Opel an Magna platzen lassen. Der US-Konzern will sein Europa-Geschäft nun in Eigenregie sanieren.
mik/Reuters/AFP
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Den belgischen Medien zufolge waren es an die 30.000 Demonstranten, die heute in Brüssel für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Strasse gingen. Da sieht das Bild schon ein wenig anders aus... mehr...
So ticken halt Amerikaner. Alles toll, alles super, aber keine Entscheidungen. GM ist das Beispiel für Größenwahn. Jetzt will GM noch Mrd-Zuschüsse für Opel. Wie wird wohl der Überflussminister der FDP wohl darauf antworten. [...] mehr...
Zitat von Rainer Daeschler Genau das passiert im Prinzip, nur eben auf GMs Kosten, statt die des Steuerzahlers. Ich sprach ja auch nicht von der üblichen Grundversorgung von Automobilunternehmen in Deutschland durch die [...] mehr...
Ach so, und ich hab gedacht die Abwrackpraemie, Harz4 und Kurzarbeit das bezahlt der der Steuerzahler. Aber wenn ja nun GM die Ueberkapazitaeten bezahlt, dann koennen wir ja weitermachen wie bisher. mehr...
verursacht durch den Spinner Lopez vom Opus dei,dessen Mitarbeiter die Uhr am rechten Arm tragen MUSSTEN, hat Opel noch nicht zurückgefunden zur Anerkennung als solide Qualitätsmarke.Das ist auch berechtigt nach meinen [...] mehr...
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