Hamburg - Die europäische Luftverkehrskontrolle warnt nach Informationen des Radiosendes NDR 90,3 vor Schiffen mit dem Hamburger SkySails-System. Anlass sei die Beinahekollision eines Helikopters mit dem Zugdrachen-Antrieb über der Nordsee, teilte der Sender am Mittwoch mit. Abhängig von den Windverhältnissen sollen Schiffe mit dem SkySails-Segel pro Jahr durchschnittlich 10 bis 35 Prozent Treibstoff einsparen.
Der Vorfall liegt den Angaben zufolge bereits knapp zwei Monate zurück. Dabei war am 15. September ein Helikopter vor der niederländischen Küste auf dem Weg zu einer Bohrinsel. Der Pilot sah plötzlich ein Drachensegel des Frachters "Theseus" der deutschen Reederei Wessels in seiner Flugbahn. Danach soll der Zugdrachen in etwa 300 Metern Höhe geflogen sein und hatte etwa die Fläche eines Tennisspielfeldes.
Auf Anfrage von NDR 90,3 bestätigten die Hamburger Firma SkySails und die Reederei Wessels aus Haren an der Ems den Vorfall. SkySails zufolge hat der Helikopter das Schiff später mehrfach umkreist. Das Segelsystem sei vorschriftsmäßig eingesetzt worden, außerhalb des kontrollierten Luftraumes und jenseits der niederländischen Hoheitsgewässer. Seit Beginn der Tests mit dem neuartigen Segelantrieb vor drei Jahren habe es noch keine Abweichung vom geregelten Flugbetrieb gegeben, hieß es weiter.
Kritiker des Systems warnen laut NDR 90,3 jedoch seit langem vor dem Zugdrachen, weil zahlreiche praktische Fragen noch ungeklärt sind. Dazu gehört auch, ob Kollisionen mit anderen Schiffen und mit Luftfahrzeugen zuverlässig verhindert werden können.
jok/ddp
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