Tokio - Die Aussichten sind düster, aber nicht ganz so düster wie zunächst erwartet: Der Autobauer Toyota
rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem knapp halb so hohen Verlust wie zuvor befürchtet. Wie der japanische Branchenprimus am Donnerstag mitteilte, dürfte unter dem Strich ein Fehlbetrag von 200 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) statt zuvor geschätzter 450 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) anfallen. Beim Umsatz werden jetzt 18 Billionen Yen (135 Milliarden Euro) statt zuvor 16,8 Billionen Yen (126 Milliarden Euro) erwartet.
Als Grund für die optimistischere Prognose nannte Toyota die weltweiten Konjunkturspritzen. Wie andere Autohersteller auch profitieren die Japaner von Programmen wie der Abwrackprämie.
Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbuchte Toyota einen Nettogewinn von 21,8 Milliarden Yen. Das sind zwar 84 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, doch viele Experten hatten sogar einen Verlust erwartet.
Zuvor hatten bereits Honda
und Nissan
ihre Jahresprognosen angehoben. Toyota ist allerdings der einzige der drei führenden Autobauer Japans, der für dieses Geschäftsjahr mit Verlusten rechnet.
Früher galt Toyota als Vorbild in Sachen Wirtschaftlichkeit
Ein Grund für die Probleme ist der starke Yen. Dadurch verteuern sich Toyotas Produkte auf den Weltmärkten. Am Vortag hatte der Konzern die Branche mit dem Beschluss geschockt, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Formel 1 zu verlassen.
Kritiker bemängeln, dass Toyota, einst der profitabelste Autobauer der Welt, seine Hausaufgaben in der Krise nicht schnell genug erledige. Skeptiker äußern Zweifel, ob der Konzern seine Überkapazitäten aus den Boomzeiten zügig genug abbaut.
Toyota kämpft seit Monaten damit, seine Kosten zu senken. Vor zwei Jahren konnte sich Toyota in der Branche noch als Vorzeigebeispiel für Wirtschaftlichkeit rühmen.
Analysten zeigten sich enttäuscht von der Verlustprognose. Toyota sehe damit weniger attraktiv aus als Honda oder Nissan, sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. Die größte Herausforderung sehen Experten nun in weiteren Sparmaßnahmen. "Die Firma war bislang nicht in der Lage, auf einen plötzlichen Umsatzrückgang mit raschen Kostensenkungen zu reagieren", sagte Koji Endo, Analyst bei Advanced Research Japan in Tokio.
wal/dpa/Reuters
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